Bei Gebrechen aller Art schwören viele Menschen auf Wald- und Wiesenkräuter. Die hemmungslose Ausbeutung der Natur hat jetzt dazu geführt, daß insgesamt 18 Heilpflanzen vom Aussterben bedroht sind.
Weltweit hat der Bedarf an Heilpflanzen in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel zugenommen. In Europa sind vor allem die Deutschen von der Heilkraft der Natur überzeugt: Für die Phytomedizin geben sie jährlich rund 3,5 Milliarden Mark aus. Die Franzosen kaufen für 185 Millionen Mark und die Briten für 141 Millionen Mark in der Apotheke der Natur ein.
Gegen den enormen Boom auf dem Heilpflanzen-Markt ist offenbar kein Kraut gewachsen. So ist vor allem der berühmte Gingko-Baum, dem blutverdünnende Kräfte zugeschrieben werden, ein Dauerbrenner: Jährlich werden weltweit 2000 Tonnen benötigt. Die Folge: Der Gingko-Baum wächst inzwischen zwar auch in Gärten Europas und der USA, in seinem Ursprungsland China ist er jedoch nahezu ausgerottet.
Noch größer als die Nachfrage nach Gingko ist die nach der Ginseng-Wurzel, von der insgesamt 8000 Tonnen jährlich verarbeitet werden.





