Aufgedeckt: Warum Nikotin den Appetit zügelt
Für viele ist es ein Grund, nicht aufzuhören – “Wer raucht, bleibt schlank”, heißt es. Statistiken geben dieser landläufigen Ansicht recht: Im Durchschnitt haben Raucher einen deutlich niedrigeren Body-Mass-Index als Nichtraucher und wenn sie mit dem Rauchen aufhören, nehmen die meisten tatsächlich zu. Nun haben Forscher durch Tierversuche einen appetitzügelnden Effekt des Nikotins belegt: Der Wirkstoff beeinflusst Rezeptoren spezieller Nervenzellen im Gehirn und erzeugt so die Botschaft: ?Du hast genug gegessen?. Die neuen Erkenntnisse könnten zu Präparaten führen, die der Gewichtszunahme nach einem Rauchstopp vorbeugen, sagen die Wissenschaftler. (Y.S. Mineur et al. “Science”, DOI: 10.1126/science.1201889)
Immer mehr Wackelkandidaten in der Vogelwelt
Laut einem Bericht der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist derzeit eine von sieben Vogelarten vom Aussterben bedroht. “Im Zeitraum eines Jahres sind 13 Arten in die bedrohte Kategorie gerutscht”, erläuterte der Vizedirektor des IUCN-Artenschutzprogramms, Jean-Christophe Vié. Insgesamt sind in der Neuauflage der Roten Liste nun 1.253 Vogelarten als gefährdet eingestuft, das sind 13 Prozent aller untersuchten Spezies. Besonders große Vogelarten führen die Rote Liste an. Jagd und andere Störungen sowie der Verlust des Lebensraums sind die Ursachen für die schwindenden Bestände. ?Allerdings wären die Zahlen noch schlechter, wenn die Naturschutzinitiativen nicht greifen würden?, betont Jean-Christophe Vié. (Mitteilung der IUCN)
Erfolgreiches Vorschul-Konzept in den USA
Sozial benachteiligte Kinder profitieren einer US-Studie zufolge bis ins Erwachsenenalter vom Besuch einer Vorschule. Sie erreichen demnach durchschnittlich höhere Bildungsabschlüsse und bekommen ein höheres Einkommen als Menschen, die in ihrer Kindheit nur einen Kindergarten besucht haben. Die Kriminalitätsrate ist bei den Vorschulabsolventen ebenfalls geringer. Das Ergab die Auswertung der Lebensläufe von 989 Personen, die zwischen 1979 und 1980 geboren wurden und in Chicago einen staatlichen Kindergarten oder eine staatliche Vorschule besucht hatten. Das Vorschulprogramm für sozial schwache Kinder deckt das Alter von drei Jahren bis sechs Jahren ab. In dieser Zeit trainieren sie sprachliche Fähigkeit undSelbstbewusstsein und werden auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft vorbereitet. (Arthur J. Reynolds et al.: “Science”, doi: 10.1126/science.1203618)
Fitte Fische schwimmen vorn
Einer Studie zufolge ist die Position eines Tiers im Fischschwarm kein Zufall: Die kräftigsten schwimmen voraus, die übrigen nutzen dann den Strömungsschatten, um kraftsparend mitzuschwimmen. Das ergaben Beobachtungen in Versuchsaquarien und Fitness-Untersuchungen der Tiere. Für den einzelnen Fisch ergeben sich aus dem Verhalten Vor- und Nachteile, sagen die Forscher: Die Position an der Spitze ist zwar anstrengender, hat aber den Vorteil, dass hier das Nahrungsangebot am größten ist. (Shaun S. Killen et al.: “Proceedings B”, doi: doi:10.1098/rspb.2011.1006)
Madagaskar offenbart seinen Artenreichtum
Laut der Umweltstiftung WWF haben Biologen auf der Insel vor der afrikanischen Ostküste in den letzten elf Jahren insgesamt 615 neue Arten entdeckt: 385 Pflanzen, 42 wirbellose Tiere, 17 Fische, 69 Amphibien und 41 neue Säugetierarten. Darunter sogar ein Rekordhalter: Der Berthe-Mausmaki ist mit seinen 30 Gramm Körpergewicht der kleinste Primat der Welt. Ähnlich spektakulär ist ein neu entdeckter Vertreter der Geckos, der seine Hautfarbe ähnlich wie ein Chamäleon ändern kann. Bezüglich der Pflanzen sei eine bisher unbekannt Fächerpalme bemerkenswert, denn sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Fast drei Viertel aller Tier- und Pflanzenarten, die auf der Insel vor der afrikanischen Ostküste leben, kommen laut WWF nur dort vor. ( “World Wide Fund for Nature).
wissenschaft.de ? Martin Vieweg





