Mittels des Hubble Weltraumteleskops ist es gelungen, die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums mit der bisher größten Genauigkeit zu bestimmen. Dies war das Ziel einer elfjährigen Analyse und eines der wichtigsten Aufgaben des Teleskops. Die genaue Kenntnis dieser Ausdehnungsgeschwindigkeit ist Grundlage einer Vielzahl von astronomischen Berechnungen.
Um die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums zu bestimmen, mussten mit Hilfe des Teleskops die Geschwindigkeiten von Milliarden von Lichtjahren entfernten Galaxien bestimmt werden. Das Ergebnis der elfjährigen Analyse liegt nun in Form der bisher zuverlässigsten Messung der Hubble-Konstanten vor. Diese Konstante gibt die Geschwindigkeit an, mit der sich Galaxien von der Erde entfernen, geteilt durch ihre Entfernung von der Erde. Mit Hilfe des Teleskops wurde die Konstante auf 72 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec (mehr als drei Millionen Lichtjahre) bestimmt. Die genaue Bestimmung der Hubble Konstanten wird es nun Astronomen erlauben, genauere Vorraussagungen über die Entwicklung des Universums zu treffen.
Bereits im Jahre 1929 stellte Edwin Hubble durch die Beobachtung weit entfernter Galaxien fest, dass sich das Universum ausdehnt, was zur Grundlage der Urknalltheorie wurde. Die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums gab er in Form der nach ihm benannten Hubble-Konstanten an. Der Wert dieser Konstanten wurde vor dem Einsatz des Hubble Weltraumteleskops zwischen 50 und 100 Kilometern pro Sekunde pro Megaparsec angesiedelt. Die neue, bisher genauste Bestimmung mittels des Teleskops soll schon bald mit Hilfe von Untersuchungen der kosmischen Hintergrundstrahlung bestätigt werden.
Stefan Maier





