Nur wenige Forschungsstätten auf der Welt forschen an extrem gefährlichen Erregern. Schon zum Schutz des Personals gelten dort strenge Sicherheitsvorkehrungen: etwa in der Forschungsstation des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Ostseeinsel Riems. In den Laboren herrscht Unterdruck, der Außenluft in die Räume saugt und so verhindert, dass Keime nach außen gelangen. Autarke Lüftungen sorgen zusätzlich dafür, dass kein Austausch mit der Umgebungsluft stattfindet. Dass Krankheitserreger aus den Laboren freikommen und eine Seuche verursachen, ist deshalb sehr unwahrscheinlich. Ganz ausgeschlossen ist es allerdings nicht. Und für viele Erreger, die erforscht werden, etwa das afrikanische Denguefieber- oder das Chikungunyafiebervirus, gibt es weder Impfstoffe noch Medikamente. Diese beiden werden aber nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen, und die Infektion verläuft üblicherweise auch nicht tödlich. Keine Bedrohung für die gesamte Menschheit also.
Einige Forschergruppen experimentieren aber damit, bedrohliche Infektionserreger noch gefährlicher zu machen. So veränderten Virologen um Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center in Rotterdam 2010 das H5N1-Virus gentechnisch so, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dieses Killervirus könnte im schlimmsten Fall eine Pandemie mit Millionen Toten auslösen. Fouchier durfte seine Studie zunächst nicht in allen Details veröffentlichen, aus Sorge, Bioterroristen könnten sich der Bauanleitung für eine Super-Biowaffe bedienen. 2012 erschien seine Arbeit dann doch im Fachjournal Science – weil sie helfen könne, künftige Grippeepidemien besser zu bekämpfen.





