Während eines Krankenhausaufenthaltes werden Patienten von den Ärzten über das Krankheitsbild und die weitere Behandlung informiert – doch oft mit geringem Erfolg. Nach einer Untersuchung des niederländischen Neuropsychologen Roy Kessels von der Universiteit Utrecht haben Patienten beim Verlassen des Krankenhauses bereits 80 Prozent dessen, was ihnen die Ärzte gesagt haben, wieder vergessen. Zugleich werde das, was im Gedächtnis haften geblieben sei, zur Hälfte falsch erinnert. Betroffen seien besonders ältere Menschen und solche, die unter starkem Stress stehen. Der Wissenschaftler macht vor allem die Ärzte für die Vergesslichkeit der Patienten verantwortlich: Ihre Erklärungen und Ratschläge seien oft zu kompliziert und unanschaulich. Um die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu verbessern, empfiehlt Kessels deshalb den Medizinern, das Wichtigste immer zuerst zu sagen und eine einfache Sprache zu wählen.
Hans Groth





