Während die Planeten in einem Sonnensystem ähnlich dem unseren miteinander Billard spielten, verschluckte ihre Sonne mindestens einen von ihnen. Das jedenfalls glauben vier Astronomen vom Instituto de Astrofisica de Canarias Teneriffa aufgedeckt zu haben. Sie berichten darüber im Fachmagazin Nature.
Mittels einer Spektralanalyse haben Garik Israelian und seine Kollegen entdeckt, dass das Lichts vom Stern HD82943 einen ungewöhnlich hohen Anteil des chemischen Elements Lithium hat. Auf sonnenähnlichen Sternen wie diesem wird Lithium aber normalerweise bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase verbraucht. In der Atmosphäre von großen Planeten bleibt es dagegen erhalten.
Ein weiteres Indiz für die Verschluckungshypothese der vier Astronomen ist die Existenz eines großen Planeten, der sich auf einer stark elliptischen Bahn bewegt. Theorien über die Entstehung von Planetensystemen können solche Bahnen nur mittels eines Gravitationsbillards zwischen den Planeten eines Systems erklären: Damit ein Planet auf eine stark elliptische Bahn gelangen kann, muss gleichzeitig ein zweiter entweder auf eine weiter innen liegende Bahn oder aber gleich in das Zentralgestirn hinein katapultiert werden.
Aufgrund ihrer Analyse kommen die Astronomen zu dem Schluss, dass der verschluckte Planet etwa die doppelte Masse von Jupiter gehabt haben muss. Wenn die chemische Zusammensetzung des verschluckten Planeten allerdings der der Erde ähnlich war, dann reichen bereits drei Erdmassen für die Erklärung des hohen Lithiumanteils aus.
Axel Tillemans





