Das Geschäft lief so gut, dass Magrathea praktisch den gesamten Reichtum in der Galaxis abschöpfte und so das galaktische Wirtschaftssystem zum Zusammenbruch brachte. Armut und Elend machten sich breit. Die Magratheaner indes begaben sich in eine Art Winterschlaf, um auf den galaktischen Wirtschaftsaufschwung zu warten, so lange, bis die Galaxis sich ihre Dienste wieder leisten konnte. Doch dazu sollte es nie kommen: Magrathea geriet in Vergessenheit, und die Existenz seiner Bewohner verabschiedete sich ins Reich der Legenden.
Diese absurde Geschichte der Planeten-konstruierenden Zivilisation Magrathea existiert natürlich nur in der Science-Fiction-Welt von Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. Doch sie hat einige Astronomen dazu inspiriert, sich auf die Suche nach Himmelskörpern zu begeben, die die Forscher „Magrathea-Planeten“ getauft haben, wie sie kürzlich in einer peer-reviewten Studie veröffentlichten.
Und wonach genau suchen die Forscher? Nach der Biosignatur von pandimensionalen Planetenbaumeistern? Oder nach künstlich erschaffenen Weißen Löchern in der unmittelbaren Umgebung eines Exoplaneten? Nein. Als Magrathea-Planeten bezeichnen die Forscher Exoplaneten, die um ein Doppelsternsystem aus zwei Weißen Zwergen kreisen. Eine recht plausible Benennung, wie sich zeigt. Schließlich hat Magrathea in der Geschichte von Douglas Adams zwei Sonnen, „die mit weißem Feuer brennen“. Und Weiße Zwerge leuchten ja tatsächlich nicht leicht gelblich wie unsere Sonne, sondern aufgrund ihrer hohen Temperatur strahlend weiß.
Hinzu kommt, dass Weiße Zwerge das Endstadium der meisten Sterne – und auch der Sonne – darstellen und diese somit in der Regel sehr alt sind. Auf einem Planeten um einen solchen alten Stern gäbe es also genug Zeit für die Entwicklung einer fortgeschrittenen Zivilisation.
Aber Moment mal, würde ein Planet wie die Erde die Entwicklung der Sonne zu einem Weißen Zwerg denn überleben? Könnte es sein, dass unsere Nachfahren in einer fernen, Milliarden Jahre in der Zukunft liegenden Epoche der Erdgeschichte für die Superreichen der Galaxis Wunschplaneten bauen? Leider nein. Das Problem ist das, was vor dem Weißen Zwerg kommt: nämlich ein gigantisch groß ausgedehnter roter Riese, der seine inneren Planeten verschluckt und pulverisiert.
Nichtsdestotrotz gibt es sie tatsächlich, diese Planeten um Weiße Zwerge. Etwa ein Dutzend davon haben wir schon gefunden, kürzlich sogar einen in der habitablen Zone, also dem potenziell lebensfreundlichen Bereich um einen Stern. Der 117 Lichtjahre von uns entfernte Planet sorgte besonders deshalb für Aufsehen, weil er durch seine Schwerkraft etwa 65 separate Asteroidenwolken, also Geröllhaufen, in extrem regelmäßigem Abstand voneinander in einer nahen Umlaufbahn um den Stern hält. Lange mussten wir nicht auf die Stimmen warten, die behaupteten, dass es sich dabei eindeutig um eine außerirdische Megastruktur einer hochentwickelten Zivilisation handelt, die den Tod ihres Sterns überdauert hat und nun mittels uns unbekannter Ingenieurskünste die Energie des Weißen Zwerges abschöpft.





