Wissenschaftlern der NASA ist es gelungen, Richtung und Geschwindigkeit der auf dem Saturnmond Titan herrschenden Winde zu bestimmen. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Landung einer Raumsonde auf dem Saturnmond im Jahre 2004 erfüllt.
Das Wissenschaftlerteam um Theodor Kostiuk vom NASA Goddard Space Flight Center in Maryland benutzte ein auf Hawaii stationiertes Infrarotteleskop, um die Atmosphäre des eisigen Saturnmondes Titan genauer zu analysieren. Mit Hilfe der so genannten Dopplerspektroskopie gelang es ihnen, Windrichtung und Geschwindigkeit auf Titan in einer Höhe von 200 Kilometern zu bestimmen. Die Winde erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 750 Kilometern pro Stunde und wehen von Westen nach Osten.
Die Dopplerspektroskopie beruht auf demselben Prinzip wie Radarfallen im Straßenverkehr. Dabei lassen Polizisten Wellen einer bestimmten Frequenz auf das zu messende Fahrzeug treffen und bestimmen anhand der Frequenzverschiebung der reflektierten Wellen dessen Geschwindigkeit. Die Dopplerspektroskopie hingegen beruht auf der Frequenzverschiebung von optischen Absorptionslinien der in der Atmosphäre enthaltenen Gasmoleküle, deren Geschwindigkeit so ebenfalls bestimmt werden kann.
Wissenschaftler der NASA und ESA sind erleichtert über die gelungene Bestimmung der Windrichtung auf Titan, soll doch im Jahre 2004 eine Raumsonde auf Titan landen und von dort aus für gut zwei Stunden den Saturn untersuchen. Die neuen Daten erlauben nun eine genauere Berechnung der Flugbahn der Sonde beim Eintritt in die Titanatmosphäre. Unbekannt bleibt allerdings weiterhin, wie Windgeschwindigkeit und Richtung mit der Höhe über der Titanoberfläche variieren – somit ist ein Erfolg der Saturnmission trotz der neuen Analysen nicht selbstverständlich.
Stefan Maier





