
Die Forscher begleiteten den Flug von fünf Geiern eines Raubvogel-Zentrums in Frankreich. Dabei nutzten sie GPS-Geräte und eine spezielle Technologie, die Daten zur Fluggeschwindigkeit sammelt. Die Wissenschaftler schnallten den Vögeln einen Rucksack auf den Rücken, in dem sie die nötige Technik verstauten. Die Daten sammelten die Forscher auf neun Flügen in drei Tagen im Sommer, denn zu dieser Jahreszeit ist die Thermik besonders stark. Dabei entstanden auch Fotoaufnahmen aus der Perspektive der gleitenden Geier.
Schneller gleiten
Die Trainer des Raubvogel-Zentrums schickten die Geier mit einem zeitlichen Abstand von fünf Minuten auf ihren Flug. „Es ist eine riskante Flugstrategie, mit hohen Geschwindigkeiten zu gleiten. Aber es scheint, dass die Geier dieses Risiko auf sich nehmen, wenn ihnen Informationen über die Thermik aus dem sozialen Verbund vorliegen“, sagt Williams. Nach jedem thermischen Aufstieg glitten die Vögel eine Zeit durch die Luft. In der Gleitphase nahmen sie an Geschwindigkeit zu – und sammelten Informationen über den Ort der nächsten Thermik, indem sie ihre Artgenossen beobachteten. Denn je schneller die Geier gleiten, desto mehr verlieren sie an Höhe und müssen nach einem neuen Aufwind Ausschau halten, der sie wieder energiesparend nach oben trägt. Erreichen sie nicht rechtzeitig einen Aufwind, müssen sie dazu übergehen, mit den Flügeln zu schlagen.
Schon länger ist bekannt, dass Schwarmvögel wie Tauben und Stare solche Informationen nutzen. Durch ihre Studie beweisen die Wissenschaftler, dass auch individuell fliegende Vögel von den Informationen durch andere profitieren. Wie Forscher bereits wissen, erleichtern sich Geier die Suche nach Aas durch gegenseitige Hinweise.
Die Studie wurde im Journal of the Royal Society Interface veröffentlicht.





