In rund fünf Milliarden Jahren erwarten Astronomen einen Zusammenstoß unserer Milchstraße mit der benachbarten Andromedagalaxie. Dann werden die beiden Schwarzen Löcher der Galaxien begleitet von einem gigantischen Feuerwerk zu einem einzigen Schwarzen Loch mit etwa 40 Millionen Sonnenmassen verschmelzen, sagte Prof. Ralf Bender, Direktor der Universitäts- Sternwarte München, am Dienstag beim internationalen Astronomie-Kongress “Jenam 2001”. Zu dem Kongress (bis 12. September) sind 800 weltweit führende Astronomen nach München gekommen.
Bender hat mit seinem US-amerikanischen Kollegen Prof. Douglas Richstone (Michigan) sehr massenreiche Schwarze Löcher in erdnahen Galaxien nachgewiesen. Dabei zeigten die Wissenschaftler, dass die Masse Schwarzer Löcher ungefähr 0,2 Prozent der Gesamtmasse der jeweiligen Galaxie beträgt. Sie fanden heraus, dass die Sterngeschwindigkeit unabhängig vom Zustand der Galaxie signifikant mit der Masse des Schwarzen Lochs zusammenhängt. Bender: “Eine Galaxie, deren Sterne sich mit der doppelten Geschwindigkeit wie diejenigen in der Milchstraße bewegen, hat ein 16-mal massenreicheres Schwarzes Loch.”
Die von der Relativitätstheorie vorausgesagten Schwarzen Löcher stellen eine extreme “Zusammenballung von Materie” dar. Ihre Existenz wird von den Astronomen nicht mehr in Frage gestellt, obwohl sie nur indirekt beobachtet wurden. Ihre Entstehung ist nach wie vor unklar, sagte Prof. Günther Hasinger, Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching. Die Wissenschaftler wollen jetzt Gravitationswellen aus den Schwarzen Löchern im All nachweisen. Würde dies gelingen, so wäre die Relativitätstheorie bewiesen. Albert Einstein hat “Schwerewellen” vorher gesagt, die bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden konnten.
dpa





