Wer über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg täglich eine Tablette des Medikaments Aspirin mit einem Gehalt von 300 Milligramm Acetylsalicylsäure einnimmt, reduziert dadurch sein Darmkrebsrisiko um 37 Prozent. Hält er die Prozedur 10 bis 15 Jahre länger durch, sinkt sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sogar um 74 Prozent.
Zu diesem Ergebnis kommen britische Forscher der University of Oxford um Peter Rothwell. Die Wissenschaftler hatten zwei groß angelegte Studien aus den Siebziger- und Achtzigerjahren ausgewertet. Die Teilnehmer der damaligen Untersuchungen erhielten sieben Jahre lang täglich verschieden hohe Dosen Aspirin oder ein Placebo und wurden 20 Jahre lang beobachtet.
Die schützende Wirkung von Acetylsalicylsäure vor Darmkrebs besteht laut Rothwell bei jedem Menschen – unabhängig von Geschlecht, Alter und ethnischer Zugehörigkeit. Allerdings raten Ärzte grundsätzlich von einer langfristigen und regelmäßigen Einnahme von Aspirin ab, da dies zu Magenproblemen führen kann. Bei Menschen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko überwiegen jedoch die Vorteile die möglichen schädlichen Nebenwirkungen, meint Rothwell – etwa wenn ein nahes Familienmitglied bereits an dem Krebs erkrankt ist. Denn das eigene Risiko, Darmkrebs zu bekommen, ist dann um das Zwei- bis Vierfache erhöht.





