Ashwagandha als wichtige Heilpflanze im Ayurveda
Ayurveda, das „Wissen vom Leben“, ist eng verknüpft mit der breit gefächerten Lehre von Vitalstoffen, ihrer Wirkung auf den Körper und die körperlichen Prozesse, die durch verschiedene Vitalstoffe angeregt werden können. Als Naturheilverfahren basiert Ayurveda auf dem tiefgreifenden Wissen über Pflanzen, ihre Bestandteile und Inhaltsstoffe und die Möglichkeiten der gesundheitsfördernden und gesundheitserhaltenden Nutzung.
Eine Pflanze, die im Ayurveda aufgrund ihrer vielfältigen Wirkungsbereiche eine promiente Rolle einnimmt, ist Ashwagandha. Das Gewächs, das den botanischen Namen Withania somnifera, ist eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. In der deutschen Botanik und im Bereich der Naturmedizin ist Ashwagandha nicht nur als indischer Ginseng, sondern auch als Schlafbeere oder Winterkirsche bekannt.
Der Namensbestandteil „Withania“ steht für die Pflanzengattung. Alle Pflanzen dieser Gattung zählen zu den Nachtschattengewächsen. Je nachdem, wie eng oder weit der Gattungsbegriff definiert wird, zählen zwischen etwa 10 und 20 verschiedene Pflanzen zu den Withania. Der lateinische Beiname „somnifera“ kann mit „schlafbringend“ übersetzt werden. Daraus leitet sich auch der eher umgangssprachlich verwendete Beiname des Ashwagandha, die Schlafbeere, ab. Der in der traditionellen indischen Medizin verwendete Name Ashwagandha stammt aus dem Sanskrit und kann als „Geruch des Pferdes“ übersetzt werden. Die Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass die im Ayurveda verwendeten Wurzeln der Pflanze in ihrem Geruch stark an den von Pferden erinnern.
Ashwagandha wächst als immergrüner Strauch an warmen Standorten. Die ursprüngliche Heimat der Pflanze liegt deshalb in Indien, Nordafrika und dem Nahen Osten. Heute ist der indische Ginseng weiter verbreitet und kann auch in tropischen und subtropischen Gebieten wie zum Beispiel in Afrika, Spanien, Griechenland, auf den Kanaren und der arabischen Halbinsel gefunden werden.
Auf den ersten Blick lässt sich Ashwagandha leicht mit der Physalis verwechseln. Die Physalis peruviana ist ebenfalls eine Pflanze aus der Gattung der Nachtschattengewächse. Genau wie bei der Physalis, sind bei Ashwagandha die fruchtigen Beeren von den getrockneten Blütenblättern umhüllt, die beinahe wie Papier aussehen und sich auch so anfühlen. Während die reifen Beeren der Physalis aber angenehm süß schmecken und deshalb gerne verzehrt werden, sind die Fürchte von Ashwagandha nicht genießbar.
Pflanzenbestandteile und ihre Verwendung
Auch wenn der in der deutschen Botanik umgangssprachlich verwendete Beiname Schlafbeere den Fokus auf die Früchte des Ashwagandha legt, sind die Beeren, die die Pflanze hervorbringt, von geringer Bedeutung in der ayurvedischen Medizin. Sie schmecken sehr bitter und machen so darauf aufmerksam, dass ihr Genuss in größeren Mengen für den Menschen giftig ist. Grund dafür sind die in den Beeren enthaltenen Alkaloide.





