Aromatherapie nutzten Menschen schon im alten Ägypten, China und Indien, um den Körper zu stärken und Krankheiten zu heilen. Sogar die Bibel erwähnt die Anwendung von ätherischen Ölen fast 200 Mal. Was ein ätherisches Öl genau ist? Ein konzentriertes Wasserdampfdestillat aus Pflanzen. Die duftgebenden Substanzen sind keine Öle im eigentlichen Sinne, denn sie sind leicht flüchtig und verdampfen vollständig und rückstandslos. Dennoch werden sie Öle genannt, da es fettlösliche Flüssigkeiten sind. Beim Verdunsten verbreiten sie einen intensiven Duft.
Wie wirken ätherische Öle?
Ätherische Öle können von uns inhaliert oder bei einem Bad oder einer Massage über die Haut aufgenommen werden. In geringeren Dosierungen finden sie sich auch in Tees oder Kapseln, die Wirkstoffe gelangen dann über die Verdauung in unseren Körper. Die ätherischen Öle sollten aber niemals pur, sondern immer verdünnt angewendet werden. Sie sind beliebt, da sie vermeintlich wenige Nebenwirkungen haben. Dennoch ist Vorsicht geboten und nicht jedes Werbeversprechen kann eingehalten werden.
Aromen werden vom Körper durch Riechrezeptoren wahrgenommen. Diese Andockstellen für Duftmoleküle befinden sich nicht nur in der Nase, sondern auch in der Haut und anderen Geweben. So stimulieren sie das Nervensystem und lösen bestimmte Körperprozesse aus. Duftstoffe können beispielsweise das limbische System im Gehirn aktivieren und Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin auslösen. Besonders Gerüche, die wir mit positiven oder negativen Erinnerungen verbinden, lösen starke Gefühle aus. Der Geruch von Orange ist bei den meisten Menschen mit angenehmen Erinnerungen verknüpft und kann so die Stimmung aufhellen und das Wohlbefinden steigern.
Kann eine Aromatherapie heilen?
Es gibt Hinweise darauf, dass Aromastoffe bei körperlichen und mentalen Beschwerden helfen können. Sie sind allerdings keine Alternative zur Schulmedizin, sondern eine Ergänzung. Lavendel wird beispielsweise mit einer beruhigenden Wirkung in Verbindung gebracht, Mandarinenduft soll anregend wirken, Rosmarin soll die Konzentration steigern und Eukalyptus bei Erkältungen helfen.
Bei Krankheiten wie Schlafstörungen, Depressionen oder Schmerzen ist die Datenlage zur Aromatherapie widersprüchlich und oft nur aus Tier- oder Zellversuchen abgeleitet. Klinische Studien zu solchen ätherischen Ölen haben sehr kleine Stichproben und sind meist methodisch mangelhaft. Bei kontrollierten Studien ist es zum Beispiel wichtig, dass weder Versuchsleiter noch Studienteilnehmer wissen, wer den Wirkstoff oder das Placebo bekommt. Da Aromastoffe am Geruch erkennbar sind, ist dieser wissenschaftliche Standard oft nicht umsetzbar. Daher lassen sich bisher nur eingeschränkt Aussagen über die Wirkung von Aromatherapie machen und weitere Grundlagenforschung ist nötig.






