Ein ansprechend gestalteter, von der Berner Archäologin Martina Seifert herausgege-bener Band befasst sich mit diesen Fragen. Vorläuferinnen Aphrodites werden in Kriegsgöttinnen wie der altorientalischen Inanna/Ischtar bzw. in der phönizischen Astarte ausgemacht. Als Geburtsort der Aphrodite nennt der Mythos die Insel Zypern, die als wichtige Zone des west-östlichen Kulturkontakts herausgestellt wird. Bedeutende der Göttin geweihte Kultstätten befanden sich in den antiken Orten Paphos und Amathus, wo sich eine Verehrung Aphrodites bis in die Zeit des Hellenismus nachweisen lässt.
Weitere Beiträge befassen sich mit Griechenland, etwa mit dem attraktiven Adonis, dem Geliebten der Aphrodite. Von dieser entwerfen schriftliche Quellen ein eher schillerndes Bild. In der bildlichen Präsenz dominiert dagegen ihre Darstellung als Sinnbild der Schönheit, am vollendetsten wohl in der „knidischen Aphrodite“, die der griechische Bildhauer Praxiteles um 340 v. Chr. schuf.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




