Die wahrscheinlich ältesten erhaltenen Medikamente haben italienische Forscher aus einem über 2000 Jahre alten Schiffswrack geborgen. Das Team um Erika Ribechini von der Universität Pisa entdeckte sie in dem sogenannten Pozzino-Wrack. Das Schiff war um 140 v.Chr. vor der toskanischen Küste gesunken. Bei den Medikamenten handelt es sich um sechs graue Tabletten mit einem Durchmesser von jeweils vier Zentimetern und einer Dicke von einem Zentimeter. Sie waren in einem versiegelten Behälter aus Zinn – einer „Pyxis” – aufbewahrt worden und daher sehr gut erhalten.
Mehrere chemische Analysen der antiken Pillen ergaben, dass diese vorwiegend aus Zinkkarbonat bestehen. Die Wissenschaftler wiesen aber auch mehrere pflanzliche Inhaltsstoffe, zum Beispiel Olivenöl, nach. Ribechini glaubt, dass mit den Tabletten Augenentzündungen behandelt wurden. Er vermutet: Man tauchte die Pillen in Wasser und legte sie dann auf die Augenlider des Erkrankten. Die Erklärung des Forschers klingt plausibel: Zinkpräparate werden auch heute häufig in der Augenmedizin eingesetzt.





