Dies änderte sich mit der Ankunft der ersten britischen Siedler im Jahre 1788. Die Siedler brachten Gewalt, Krankheiten und Tod. Die Ureinwohner besaßen keine Abwehrkräfte gegenüber Grippe, Masern, Pocken und Tuberkulose, und viele von ihnen starben an diesen „neuen” Krankheiten. Andere wurden von den Siedlern versklavt, verfolgt oder ermordet. Rücksichtslos vertrieben die Siedler die Aborigines von ihrem angestammten Land und entzogen ihnen damit ihre Lebensgrundlage. 100 Jahre nach der ersten Besiedlung durch die Briten, hatte sich die Anzahl der Aborigines von ungefähr 1,5 Millionen auf nur 60.000 verringert.
Entschädigungen für die „Lost generation” stehen aus
Bis in die 1970er Jahre verfolgte die australische Regierung eine rassistische Politik, deren Ziel es war, die Kultur, Sprache, Religion und Traditionen der Aborigines zu zerstören. Zu diesem Zweck wurden Aboriginal-Kinder ihren Familien entrissen und an weiße Pflegefamilien, christliche Schulen und Erziehungseinrichtungen gegeben, um jede Spur ihrer Kultur und Sprache auszulöschen.
Erst 2008 entschuldigte sich der Premierminister Kevin Rudd von der Arbeiterpartei offiziell für dieses Vergehen, Entschädigungen für die „Lost Generation” stehen allerdings noch aus.
Gleichzeitig verfolgten die Siedler bis 1992 das „terra nullius”-Prinzip, welches als Legitimation für die rechtmäßige Landübernahme diente und besagte, dass das Land bis zum britischen Eingriff unbewohnt war. Die Siedler raubten den Aborigines ihr Land und ihre Kinder und versuchten ihre Sprache und ihre Kultur auszulöschen – kein Wunder, dass viele von einem Völkermord sprechen. Die jahrhundertelange Verfolgung, Gewalt, Rassismus und der Verlust ihres angestammten Landes hat bis heute verheerende körperliche und soziale Auswirkungen auf die Ureinwohner. Heute leben nur noch circa 500.000 Aborigines; 75 Prozent davon unter teils schrecklichen Bedingungen in Großstädten und deren Randgebieten.
Immerhin konnten Fortschritte in der Gesundheitsversorgung der Aborigines erzielt werden und doch ist die Gesundheitsverfassung der Aborigines heute erschreckend schlecht. Die Lebenserwartung der Aborigines liegt 17 bis 20 Jahre unter dem Durchschnitt der übrigen australischen Bevölkerung; die Kindersterblichkeit ist sechsmal höher als normal; viele Indigene begehen Selbstmord (2,5-mal häufiger als sonst üblich) oder Selbstverstümmelung und sind abhängig von Tabak, Alkohol und Drogen. Da sie sich nicht mehr selbst von ihrem Land ernähren konnten, mussten die Aboriginal-Völker sich westlichen Essgewohnheiten anpassen und leiden nun unverhältnismäßig oft unter Übergewicht und Diabetes. Hinzu kommt, dass das Durchschnittseinkommen der Aborigines nur 62 Prozent des Einkommens der nicht-indigenen Bevölkerung beträgt und sie unter oft katastrophalen Wohnbedingungen, Armut und Arbeitslosigkeit leiden.




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