Doch „erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“. Denn nun kam das 19. Jahrhundert und mit ihm die kulturelle Revolution der Romantik. In ihrem Denken stellte sich die Welt völlig anders dar, als die Aufklärer es sich gedacht hatten. Die Romantik kappte die tiefste Basis der aufklärerischen Weltsicht, indem sie zeigte, dass es auf Fragen nach dem rechten Handeln keine letztgültigen Antworten gibt – weder objektive noch subjektive, weder empirische noch apriorische. Durch die Romantik wurde bald deutlich, dass auch gutwillige Menschen Ziele verfolgen können, die nicht miteinander vereinbar sind. Und das führt unweigerlich zu Konflikten, weil jede Person nicht nur ein Individuum ist, sondern immer auch Mitglied einer Familie oder Gesellschaft. In dieser dualen Existenz muss das Individuum daher oftmals sich widersprechende Absichten umsetzen.





