Soweit die guten Nachrichten, jetzt die schlechten: Ammoniak ist giftig, stark korrosiv, unangenehm in der Handhabung, und es stinkt. Und wenn ich sage, dass es stinkt, meine ich nicht nur, dass es etwas unangenehm riecht. Es ist ein solch stechender Gestank, dass es einst verwendet wurde, um in Ohnmacht gefallene Menschen wieder zu Bewusstsein zu bringen. Wenn Sie sich fragen, wie es riecht: Ammoniak gibt Urin seinen charakteristischen Geruch. Übrigens ist es ein wirklich guter Dünger. Falls Sie also Ihren Gärtner mal beim Wildpinkeln in Ihrem Blumenbeet beobachten, macht er letztlich nur seine Arbeit.
Ein weiteres Problem ist, dass die Energie, die benötigt wird, um die Verbrennung von Ammoniak in Gang zu setzen, viel höher ist als bei Benzin. Außerdem brennt es langsamer. Das bedeutet, dass man Ammoniak zwar in Verbrennungsmotoren einsetzen kann, diese aber entsprechend angepasst werden müssen. Doch wenn man das einmal geschafft hat, kann man Ammoniak-Motoren ohne CO2-Emissionen betreiben. Allerdings sollte erwähnt werden, dass bei der Verbrennung von Ammoniak gesundheitsschädliche Stickoxide sowie Distickstoffmonoxid (Lachgas) entstehen können, wobei Letzteres eine etwa 300-mal stärkere Klimawirkung als CO2 aufweist.
Ammoniak fürs Auto
Dass Ammoniak nicht nur theoretisch als Kraftstoff für Automobile dienen kann, sondern auch in der Praxis einsetzbar ist, haben die Autohersteller Toyota und GAC bereits 2023 mit dem weltweit ersten mit Ammoniak betriebenen Motor für Pkw bewiesen. Es ist ein Vierzylindermotor mit einem Hubraum von zwei Litern, also ziemlich klein, aber er funktioniert. Darüber hinaus gibt es verschiedene Unternehmen, die Ammoniakmotoren für Schwerlastfahrzeuge und Schiffe entwickeln. Das australische Unternehmen Fortescue hat einen Prototyp für einen Schiffsmotor, der zwischen Diesel und Ammoniak umschalten kann. Er ist seit 2024 in Betrieb und hat gerade eine Reise von Singapur nach Großbritannien hinter sich. Außerdem arbeitet das US-amerikanische Unternehmen Aza Power an Umbau-Sets, um bestehende Dieselmotoren mit Ammoniak betreiben zu können. Im Fokus stehen dabei zunächst Lkw und Traktoren, aber auch Diesel-Generatoren zur Stromerzeugung. Und wer weiß, wenn es gut läuft, wird Ähnliches vielleicht auch für Pkw angeboten.
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Doch nun zu einem anderen Ansatz, von dem ich erst kürzlich erfahren habe: Das US-amerikanische Start-up-Unternehmen Amogy arbeitet daran, Strom aus Ammoniak zu erzeugen, um Elektroautos damit zu betreiben. Sie tun dies, indem sie die Fahrzeuge mit Ammoniak betanken und daraus an Bord reinen Wasserstoff herstellen, der dann mittels Brennstoffzellen in Strom umgewandelt wird. Die Elektrofahrzeuge werden also letztlich mit Wasserstoff betrieben, aber die Probleme beim Transport und der Speicherung von Wasserstoff werden umgangen. Das Start-up hat seinen Sitz in Brooklyn und wird unter anderem von Amazon und dem Ölkonzern Saudi Aramco unterstützt.





