Ein besonders wichtiger Quellenbestand sind die Aktennotizen der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien. Die Wiener Gestapo hatte sie nach einer Razzia am 18. März 1938 geschlossen und die führenden Funktionäre, darunter auch den damaligen Amtsdirektor Josef Löwenherz (Galizien 1884 – New York 1960) festgenommen. Adolf Eichmann, Leiter des SD-Referats II-112 im Abschnitt Oberdonau und zuständig für „Judenfragen“, nutzte das so entstandene Vakuum, um die Kontrolle über die Gemeinde an sich zu reißen. Er zwang Löwenherz, einen Plan zur Neuorganisation der IKG zu entwerfen, der die „Förderung der Auswanderung“ und die „Fürsorge für ihre Mitglieder“ zu ihren zentralen Aufgaben machte…
Autorinnen: Dr. Eleonore Lappin-Eppel/Dr. Michaela Raggam-Blesch
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