Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenzerkrankung im Alter. Doch trotz jahrzehntelanger Forschungen gibt es noch immer kein Heilmittel. Immer wieder liefern Wirkstoffe, die in Tierversuchen vielversprechend sind, bei klinischen Studien mit Menschen enttäuschende Ergebnisse. Auch die neuen Antikörper-Medikamente gegen Alzheimer können das Fortschreiten der Demenz kaum verlangsamen, haben aber schwere Nebenwirkungen und kommen daher nur für wenige Patienten infrage.
Warum die Alzheimer-Therapie so schwierig ist
Das Problem: Zum einen entwickelt eine Alzheimer-Demenz schleichend: Erste Veränderungen im Gehirn beginnen schon 15 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen. Zum anderen sind die neurophysiologischen Ursachen von Alzheimer extrem komplex und nicht vollständig aufgeklärt. Klar scheint aber, dass zwei fehlgebildete Proteine eine Schlüsselrolle spielen: Den Anfang macht die Anreicherung von Plaques aus Beta-Amyloid-Proteinen im Gehirn. Dazu kommen später Tau-Fibrillen. Diese Proteinfäden bilden im Inneren der Hirnzellen wirre Knäuel, die die Zellen zum Absterben bringen.
Bisher zielten die meisten Alzheimer-Therapien auf eine Beseitigung oder Vermeidung der Amyloid-Plaques, auch die Antikörper-Präparate setzen an diesen Proteinklumpen an. Allerdings zeigt sich, dass dieser Ansatz offenbar nicht ausreicht, um das Fortschreiten von Alzheimer und den Gedächtnisverlust aufzuhalten. „Daher scheinen therapeutische Ansätze nötig, die auf die krankhaften Tau-Proteine abzielen“, erklären Adam Fleisher von Ely Lilly und seine Kollegen.

Die bei Alzheimer gebildeten Tau-Fibrillen lagern sich an den Mikrotubuli der Neuronen an und zerstören sie. Dadurch geht die Hirnzelle zugrunde. — © NIH/ National Institute on Aging
Zwei neue Wirkstoffe gegen Tau-Fibrillen
Für zwei neue Alzheimer-Wirkstoffe, die am Tau-Protein ansetzen, gibt es nun erste Ergebnisse aus klinischen Studien. Das erste Präparat ist Ceperognastat, ein Mittel, das das Enzym O-GlcNAcase (OGA) hemmt. Dieses ist an der Bildung der nicht löslichen, fehlgebildeten Tau-Fibrillen beteiligt. „In Tiermodellen bewirkte dieser Hemmstoff, dass sich mehr korrekt gebildetes Tau bildete. Das verringerte die Ansammlung von Tau-Fibrillen und den Verlust der Neuronen“, berichten Fleisher und sein Team.





