Blau heißt jung, rot alt – zumindest in den Biografien der Galaxien. Nun haben Astronomen im Detail analysiert, wie das Universum altert.Benjamin Panter und Alan F. Heavens von der Edinburgh University und Raul Jimenez von der University of Pennsylvania untersuchten das Licht von 40000 Galaxien in unterschiedlichem Abstand – und damit unterschiedlichem Alter. „ Die Epoche der Sternentstehung geht allmählich zu Ende”, sagt Heavens. „Die Zahl neuer Sterne nimmt seit sechs Milliarden Jahren ständig ab.” Diese Schlussfolgerung basiert auf Spektralanalysen der Galaxien. Wo viele junge Sonnen entstehen, dominiert die bläuliche Farbe der heißen, massereichen Sterne. Diese Riesen sind kurzlebig und explodieren als Supernovae. Erst nach ihrem Ende geben sich die vielen kleineren, rötlicheren Sterne zu erkennen, die viel älter werden und nun nicht länger überstrahlt werden. Je älter das Universum wurde, desto mehr rötlichere Galaxien hatte es – ein Indiz dafür, dass das Gros der Sternentstehung vor Milliarden Jahren stattfand. Zwei Drittel aller Galaxien enthalten alte Sternpopulationen, die seit mindestens acht Milliarden Jahren leuchten. Über 97 Prozent besitzen Sterne mit einem Alter von mehr als zwei Milliarden Jahren.
Hans Groth





