Bevor das Internet in den letzten Jahren seinen Siegeszug auch hinsichtlich aktueller, tagespolitischer Berichterstattung angetreten hat, waren Tageszeitungen und Wochenzeitschriften über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte das wichtigste Medium, über das Informationen und Meinungen verbreitet wurden. Ihre Hochzeit erlebte die gedruckte Tagespresse im deutschsprachigen Raum wohl zwischen etwa 1870 und etwa 1970; „erfunden“ wurde sie freilich viel früher: Die erste gedruckte, wöchentlich erscheinende Zeitung, die bislang bekannt ist, kam seit September 1605 in Straßburg heraus.
Als Johannes Carolus (1575 – 1634) diese Zeitung unter dem Titel „Relation Aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen Historien“ zu drucken begann, standen jedoch schon verschiedene ältere Druckerzeugnisse Pate, die zum Teil regelmäßig – wie die zu den Leipziger und Frankfurter Messen erscheinenden „Meßrelationen“ –, zum Teil gelegentlich – wie die sogenannten Neuen Zeitungen – über aktuelle Ereignisse der Zeit berichteten. Vor allem aber konnte Carolus an eine bereits jahrzehntelange Tradition wöchentlicher Nachrichtenblätter anknüpfen, die allerdings noch von Hand geschrieben und vervielfältigt wurden – Carolus selbst hatte solche geschriebenen Zeitungen zusammengestellt und vertrieben, bis er in den Besitz einer Druckerei kam und damit auf die Idee, dass er diese Zeitungen auch drucken und damit schneller, vor allem aber viel billiger und in größerer Auflage anbieten könnte. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 11/2013.
Dr. Katrin Keller




