von TIM SCHRÖDER
Schon seit Jahrzehnten nutzen Biologen Satellitensender, um die Zugwege von Tieren zu erforschen. Die Geräte zeichnen regelmäßig die Positionen der Tiere auf. Dank dieser Daten konnte der Mensch schon viele Rätsel rund um die Wanderungen von Wölfen, Walen und besonders von Vögeln lösen. So machte vor einiger Zeit die Umweltökologin Eva Kok vom Königlich Niederländischen Institut für Meeresforschung dank der Satellitendaten eine erstaunliche Entdeckung: Der Knutt, ein Watvogel, der auch im Wattenmeer zuhause ist, überquert auf seiner Wanderung zwischen seinen Brutgebieten in der Arktis und seinen Winterquartieren in südlicheren Gefilden eine der unwirtlichsten Gegenden der Erde – den riesigen Eisschild Grönlands. Gut zwei Tage dauert der 2.000 Kilometer lange Flug über die weite, eintönige Eiswüste, in der die Temperatur nachts auf bis zu minus 30 Grad fällt. Trotzdem schaffen es die Knutts bis ans Ziel. Eva Kok vermutet, dass sie sich ihre Route wie eine Karte einprägen, denn sie überfliegen Grönland Jahr für Jahr auf derselben Route.





