Die Puschkin-Biographie von Reinhard Lauer versucht die “Schwemme der Einzelheiten und widerstreitenden Gesichtspunkte” der Puschkin-Forschung zu überwinden und ein vielschichtiges Bild des russischen Dichters zu zeichnen, der sowohl seinem Künstlertum als auch seinem Leben voller Widersprüche Rechnung trägt.
In sieben Kapiteln beschreibt der Göttinger Slawist alle wesentlichen Lebensstationen Puschkins: Seine Familie und Kindheit, die Ausbildung im Elitelyzeum Carskoe Selo, den Beginn seiner Diplomatenlaufbahn in Petersburg, die Strafversetzung in den Süden und die anschließende zweijährige Verbannung auf das mütterliche Gut Michajlovskoe wegen der Sympathie für die Dekabristen, die Begnadigung durch Zar Nikolaus I., den Höhepunkt des Schaffens auf dem Gut Boldino und die quälenden Jahre am Zarenhof nach der Heirat mit der jungen Natal’ja Gontscharova, die mit Duelltod des Dichters1837 endeten.
Puschkins poetisches Genie kann man in den Übersetzungen nicht ganz einfangen. Um so wichtiger erscheint dann die Einbettung seiner Werke in den historischen Kontext. Durch einige Textproben zeigt der Autor, wie meisterhaft Puschkin es verstand, seine private, politische und gesellschaftliche Gegenwart in hohe Kunst zu verwandeln und verbindet dadurch das Schaffen des Dichters mit den Einzelstationen seines privaten Lebens.
Rezension: Daus, Maryna




