Zentralasien war die Wiege der Großkatzen
Der neue Fund ist dem scharfen Auge von Jack Tseng vom American Museum of Natural History in New York und seiner Frau Juan Liu zu verdanken. Die beiden entdeckten den Schädel als sie eine Fossilienlagerstätte im Grenzgebiet zwischen China und Pakistan durchstöberten. Anschließende morphologische Untersuchungen zeigten: Es handelte sich um eine bis dahin unbekannte Großkatzenart. Die Forscher nannten sie Panthera blytheae . Das Tier war offenbar dem Schneeleoparden ähnlich. Diese Großkatzenart lebt heute noch im Gebiet des Himalaya. Die Kopf-Rumpf-Länge des Schneeleoparden beträgt bis zu 130 Zentimeter bei einem Gewicht von bis zu 75 Kilogramm. Panthera blytheae war wohl nicht ganz so groß – sein Schädel ist etwa zehn Prozent kleiner als der eines Schneeleoparden.
Die Datierung des Fossils ergab ein Alter von Alter 5,95 bis 4,10 Millionen Jahren. Die Forscher integrierten Panthera blytheae schließlich auch in einen neuen Stammbaum der Großkatzen. Das hohe Alter des Fundes legt Tseng zufolge nahe, dass die Wurzeln der Evolutionsgeschichte der Großkatzen weiter reichen als bisher angenommen: Vermutlich fand die Auftrennung bereits sieben Millionen Jahre früher statt. Außerdem scheint nun klar, wo die Großkatzen ursprünglich entstanden sind. Der Fundort befindet sich im Zentrum des Ausbreitungsgebietes der heute lebenden Großkatzenarten. Vermutlich sind sie also in Zentralasien entstanden und haben sich dann ausgebreitet und neue Arten gebildet. Die Forscher wollen nun zu der Fundstelle zurückkehren, um nach weiteren Fossilien zu stöbern. Vielleicht lässt sich das Puzzle um die Evolutionsgeschichte der Katzen ja noch weiter vervollständigen.





