Allerdings gibt es nicht nur Schlechtes aus 1816 zu berichten: Um trotz des Pferdeschwunds ein flottes Fortbewegungsmittel zu haben, erfand der Badener Karl Drais das Zweirad, den Urahn unserer Fahrräder. Das Gerät – noch ohne Pedalen – war immerhin dreimal so schnell wie ein Fußgänger. Allerdings war es bockig und schwer unter Kontrolle zu bringen…
Solche Jahre sollte man nicht vergessen, wenn man heute übers Wetter klagt. Denn während sie früher Hunger, Beulenpest oder marodierende Horden aus Fernost mit sich brachten, können wir heute bei Schlechtwetterlagen die Heizung höher drehen und im besten Fall einfach der Sonne entgegenreisen.
So gut haben es unsere Zugvögel nicht. Schon auf halben Weg aus den Winterquartieren, machen viele jetzt eine Zwangspause. In Stadtoldendorf im südlichen Niedersachsen etwa riefen entnervte Bürger die Behörden. Bei dem Krach könne man kein Auge zutun. Was war passiert? Der Dauerwinter hatte Kraniche im Stadtoldendorfer Luftraum festgesetzt und da trompeteten die großen Vögel nun und besetzten die umliegenden Wiesen, Felder, Misthaufen und Wälder.
Genug getröstet? Noch nicht? Immerhin sind schlechtes Wetter und Klimakatastrophen so schlecht nicht für die Kunst. Die Sonnenuntergänge des Jahres 1816 müssen eine wahre Pracht gewesen sein, weil so viel Staub in der Atmosphäre hing. Die Erinnerung daran ist in wunderbaren Bildern festgehalten. Und in Frankfurt zeigt jetzt die Ausstellung „Vereinzelt Schauer”, wie spannend Wetter sein kann und wie wichtig Stürme oder Regen für die Kunst sind.
Also: Munter bleiben, heißen Tee trinken, ins Museum gehen und vom Radfahren in der Sonne träumen.
PS: Frohe Ostern!
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