Durch eine anschauliche Darstellungsweise sowie der Erläuterung von Fachbegriffen und der in der Archäologie gängigen Forschungsmethoden bietet der Autor eine empfehlenswerte Einführung, die von der reichen und informativen Bebilderung abgerundet wird. Nie zu kurz kommen Vergleiche mit der Gegenwart, um dem Leser eine bessere Vorstellung der Begebenheiten zu ermöglichen: Steinzeitliche Eliten finden hier ihre Erwähnung in einem Atemzug mit Gazprom-Managern; der Versuch Roms, nach Germanien zu expandieren, wird mit den gescheiterten Bemühungen moderner Armeen gleichgesetzt, Afghanistan zu erobern. Parallel dazu werfen weniger angenehme Erkenntnisse ein neues Licht auf die Geschichte der Menschheit: Ist der Mensch zum Zerstören geboren? Schon vor dem Ende der Eiszeit machten sich unsere Vorfahren daran, massiv in die Natur einzugreifen. Auch die kulturelle Entwicklung erscheint nach der Lektüre nicht mehr so geradlinig in Richtung Fortschritt zu verlaufen, wie man gerne annimmt. Auf Zeiten des Aufschwungs folgte nur allzu oft der Niedergang.
Schlaglichtartig durchkämmt Parzinger in den 13 Kapiteln die Geschichte, erläutert den Nutzen der Archäologie für die jeweilige Epoche und macht so, in einer naturwissenschaftlich dominierten Zeit, Werbung für seine Forschungsdisziplin.
Rezension: Marvin Gedigk




