Nehmen wir den Klimawandel: Wir stehen noch am Anfang davon wirklich zu verstehen, was im Amazonasgebiet passieren wird, wenn sich die Erde erwärmt. Wir wissen nur, dass die Veränderungen wohl weitreichend sein werden.
Das Wissen der indigenen Völker kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, dieses Wissen zu vervollständigen und uns auf diese Veränderungen vorzubereiten. Gleichermaßen kann das wissenschaftliche Wissen den indigenen Völkern helfen ihre Gemeinschaften in dieser sich verändernden Welt zu festigen und ihre Ressourcen zu managen. Je eher wir indigene Völker und ihre Lebensweisen verstehen, desto besser.
Was kann das Wissen der indigenen Völker gefährden?
In manchen Fällen ist es das Verschwinden des Volkes selbst, oder der fehlende Zugang zu ihren angestammten Gebieten und Ressourcen. Falls die indigenen Waldbewohner ihre Wälder verlieren, wären all ihre gesammelten Kenntnisse nur ein oder zwei Generationen später verschwunden. In anderen Fällen ist die kulturelle Erosion schuld. Auslöser dafür kann manchmal eine absichtliche Destabilisierung der indigenen Gemeinden sein.
Die Yanomami nutzen täglich circa 500 verschiedene Pflanzenarten. Zu welchem Zweck?
Wildwachsende Nahrungspflanzen beispielsweise werden regelmäßig ergänzend zu Pflanzen aus dem eigenen Anbau genutzt. Das ist besonders wichtig, wenn sich die Yanomami auf Reisen befinden. Unterschiedliche Hölzer werden für den Hausbau verwendet, um Werkzeuge und Waffen herzustellen, als Brennstoff und so weiter. Faserige Holzarten werden oft zum Schnüren und Knüpfen benutzt, für Körbe oder Hängematten. Andere dienen auch als Dächer, Farbstoffe, Gift, Medizin, Körperfarbe, Parfum oder als halluzinogene Drogen. Tatsächlich beziehen die Yanomami alles, mit Ausnahme von Getreide, Baumwolle, Wild, Fisch und ein paar industriell gefertigten Gütern wie Messer und Pfannen, aus den Pflanzen des Regenwaldes.
Welche Beschwerden und Krankheiten können die Yanomami mit Pflanzen und Kräutern behandeln?




Falls, wie vermutet, viele dieser Pflanzenarten bisher von westlichen Wissenschaftlern noch nicht dokumentiert wurden und viele im Begriff sind zu verschwinden, macht es dann nicht Sinn, dem botanischen Wissen der indigenen Völker mehr Aufmerksamkeit zu widmen?