Umbrüche gab es zuhauf: Die Wissenschaften florierten, Renaissance und Humanismus bereiteten ein neues Menschenbild vor, und Entdeckungen bereicherten das Wissen von der Welt. Doch auch die „Türkengefahr“ drohte, kirchliche Reformen wurden dringlich angemahnt. Die Territorialherren bauten ihre Macht aus, und dies auf Kosten von Rittern, Bürgern und Bauern. Aufruhr lag in der Luft.
All das hieß: Alte Gewissheiten wurden erschüttert. Heilssehnsucht und Wallfahrten, Buße und Ablässe zeugten von Ängsten und Unsicherheit, die durch „Himmelszeichen“ wie Kometen oder Unwetter noch geschürt wurden. Die Menschen dieser Zeiten, und das ist dem Autor wichtig, reagierten nicht „vernünftig“ im Sinne der Aufklärung, sondern kosmische und magische Vorstellungen blieben virulent, nicht zuletzt bei Luther. Altes und Neues vermengte sich: Was der Mönch in Wittenberg bewegte, wird so zu einem Teil globaler Prozesse. Ob man denen das Etikett „1517“ ankleben muss, bleibt allerdings zweifelhaft.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




