Das Zentrum des äußeren Strahlungsgürtels der Erde befand sich nach den spektakulären Sonnenstürmen vom vergangenen Oktober nur 10.000 Kilometer über der Erdoberfläche. Zukünftige Satelliten sollten auf solche Extrem-Ereignisse vorbereitet sein, berichten Forscher um Dan Baker von der University of Colorado in der Zeitschrift Nature (Bd, 432, S. 878).
Die Magnetstürme Ende Oktober 2003 zählten zu den heftigsten, die jemals auf der Erde gemessen wurden. Damals schoben sich zwei Gruppen von Sonnenflecken über die Sonnenoberfläche und brachten den Stern zum Toben: Für zwei bis drei Wochen schossen zahlreiche Röntgenfackeln in den Weltraum, Tag für Tag stieß die Sonne Wolken energiereicher Teilchen aus. Eine davon erreichte die Erde innerhalb von 24 Stunden und quetschte das Magnetfeld der Erde drastisch zusammen.
Gewöhnlich sind energiereiche Teilchen in zwei Strahlungsgürteln, den so genannten Van-Allen-Gürteln, gefangen. Der äußere Van-Allen-Gürtel liegt normalerweise 20.000 bis 25.000 Kilometer über dem Äquator, der innere 3.000 bis 6.000 Kilometer. Dazwischen befindet sich eine Zone, die frei von schnellen Elektronen ist. Während der Halloween-Stürme füllte sich diese Region aber mit energiereichen Elektronen, berichten Baker und seine Kollegen. Für mehr als sechs Wochen blieb die Konzentration der Elektronen deutlich erhöht. “Solch ein Ereignis hat seit Beginn der Messungen 1992 nicht gegeben”, berichten die Forscher um Baker. “In einer normalerweise ruhigen Region entwickelte sich plötzlich ein äußerst feindliches Weltraumwetter.”
Ute Kehse





