Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die theoretische Analyse mittels der in den Materialwissenschaften und der Physik vielfach angewandten Skalenmathematik. Die Skalenmathematik untersucht, wie sich die mechanischen Eigenschaften eines bestimmten Systems mit der Größe des Systems ändern. Ein besseres Verständnis von zerknittertem Papier ähnelnden Stoffen könnte für die Entwicklung von stark beanspruchbaren Materialien relevant sein.
In ihrer Studie versuchten die Forscher auch eine theoretische Modellierung ihres Experimentes. Diese Modellierung ergab zwar auch ein Skalengesetz für das Verhalten der zerknitterten Folie, allerdings wich dessen Exponent von dem experimentell ermittelten ab. In der Tat ist das Verhalten von zerknitterten Stoffen sehr kompliziert. Die Forscher stellten in ihrem Experiment etwa ein ?Gedächtnis? der zerknitterten Folie fest: Die von einer bestimmten Kraft erzielte Volumenverkleinerung hing von der Größe der zu einem früheren Zeitpunkt auf die Folie wirkenden Kräfte ab. In der Fachwelt bezeichnet man diesen Umstand als Hysteresis.
Durch Zerknittern wird die vormals glatte Oberfläche eines Papierstücks mit einem aus spitzen Bergen und Tälern bestehenden ?Gebirge? versehen. Dies erhöht die Energie des Systems, was dazu führt, dass sich das Papier einem weiteren Zusammendrücken widersetzt. Eine derartige Eigenschaft ist für die Materialforschung von hohem Interesse ? nicht zuletzt zur Erhöhung der Sicherheit bei Zusammenstößen von Kraftfahrzeugen. Wie das amerikanische Forscherteam in ihrer Arbeit aufgezeigt hat, könnte eine Anwendung der Skalenmathematik auf die Analyse derartiger Systeme gewinnbringend sein.





