GEDANKENSPIELE Die Zeit zwischen den Jahren nutzen viele, um über Erreichtes und Misslungenes nachzudenken. Und fast jeder von uns überlegt sich zwischen Weihnachten und Neujahr, was im neuen Jahr anders anzugehen ist. Gäbe es die Chance von Zeitreisen, ließen sich eingestandene Fehler elegant aus der Welt schaffen: Man würde sich vor eine verhängnisvolle Situation zurückversetzen lassen, um sie mit dem später erworbenem Wissen erneut und besser zu durchleben.
Diese Chance haben wir leider nicht. Auch wenn andere Magazine immer wieder die Hoffnung wecken – wie P.M. in seiner Septemberausgabe 2005: „Zeitreisen sind doch möglich!”. Die Wahrheit ist: Sie wären – wenn überhaupt – nur in einem rotierenden Universum möglich, wie es der aus Österreich stammende Mathematiker Kurt Gödel am Institute for Advanced Study 1949 beschrieben hat. Die Heimat der Menschen ist dieses Universum aber nicht. Gleichwohl ist es schlicht atemberaubend, dass Menschen in der Lage sind, sich kosmische Gebilde auszudenken, die im Einklang mit den Naturgesetzen stehen und dennoch völlig anders beschaffen sind als unser Universum. Weit irdischer sind da die Arbeiten, die Ronald Mallett an der Pennsylvania State University unternimmt: Er will nachweisen, dass Laserlicht so abgebremst und gekrümmt werden kann, dass es zu Zeitschleifen kommt. Das hieße nichts anderes, als dass man Teilchen aufspüren könnte, die sich aus der Zukunft besuchen.
Unter unseren Lesern gibt es eine wahre Fan-Gemeinde für solche Themen. Doch selbst diese Enthusiasten können den kühnen Gedanken der Physiker nicht immer auf Anhieb folgen. Deshalb nehmen manche sich einen ganzen Abend oder einen Sonntagvormittag für eine komplexe bdw-Titelgeschichte Zeit. Rüdiger Vaas, der Verfasser vieler dieser Beiträge, kommt ihnen entgegen: Je komplizierter ein Thema, desto engagierter ist er, dieses bild der wissenschaft gerecht aufzubereiten.
Über alles, was Vaas, seine Kollegen und die vielen Autoren in abgelaufenen Jahr berichteten, informiert das Jahresinhaltsverzeichnis 2005, das Abonnenten mit dieser Ausgabe überreicht bekommen.





