In Roland Emmerichs neuem Katastrophenfilm setzt innerhalb von einer Woche eine Eiszeit ein, die fast die gesamte nördliche Erdhalbkugel gefrieren lässt. Die Dramatisierung stellt zugegebenermaßen einen plötzlichen Klimaumschwung im Zeitraffer dar ? doch wie wahrscheinlich sind längerfristige Katastrophenszenarien wirklich? Der Nachrichtendienst des britischen Fachmagazins Nature hat dazu Stimmen internationaler Forscher und Umweltaktivisten gesammelt.
Die Ursache der in dem Film vorgestellten Klimakatastrophe ist der Lehrmeinung führender Klimaforscher nach gar nicht so abwegig. Die durch den Treibhauseffekt erzeugte globale Erwärmung bringt die Gletscher der Arktis zum Schmelzen, so dass eine gewaltige Menge Schmelzwasser in die Ozeane fließt. Dadurch wird die Zirkulation der Atlantikströme so stark gestört, dass der warme Golfstromfluss zur nördlichen Halbkugel hin abbricht.
In dem Film wird durch diese Störung innerhalb von einer Woche eine Eiszeit ausgelöst, die die gesamte nördliche Hemisphäre umfasst. Auch wenn dies in der Wirklichkeit sicherlich nicht in einem derartig kurzen Zeitraum eintreten wird, so könnte eine große Menge Schmelzwasser dennoch die Zirkulation des Golfstroms erheblich stören. Allerdings wäre dadurch wohl nicht so sehr die Nordküste der Vereinigten Staaten betroffen, sondern vielmehr Nordeuropa ? insbesondere die Häfen Skandinaviens, die auf den Golfstrom für die Aufrechterhaltung des Schiffverkehrs angewiesen sind.
Ein völliger Zusammenbruch dieser Ozeanströmung würde Simulationen des Hadley Zentrums für Klimaforschung in Exeter (Großbritannien) nach die Durchschnittstemperatur in Westeuropa innerhalb von wenigen Jahrzehnten um fünf Grad absinken lassen. Allerdings besteht in der Fachwelt noch keine Einigkeit darüber, wie sich der Treibhauseffekt wirklich auf die Gletscher der Arktis auswirkt.
Stefan Maier





