Schweres Wasser gibt Einblicke in die einstigen Wasservorräte
Um der Frage nachzugehen, wie viel Wasser es einst auf dem Mars gegeben hat, haben die Forscher um Geronimo Villanueva vom NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt das Verhältnis von normalem zu schwerem Wasser in den restlichen Marswasserbeständen untersucht. Bei dieser besonderen Version des Wassers ist ein Wasserstoffatom durch das schwerere Isotop Deuterium ersetzt. Deshalb entschwand dieses schwere Wasser nicht so leicht ins All wie das normale. Durch Aufnahmen von verschiedenen Infrarot-Teleskopen auf der Erde haben die Wissenschaftler Informationen über das Vorkommen von schwerem Wasser in der Atmosphäre und den Polkappen des Mars gewonnen.
Die Auswertungen zeigten, dass das Marswasser einen ausgesprochen hohen Anteil an Deuterium aufweist. Daraus lässt sich schließen, dass der Mars im Laufe seiner frühen Entwicklungsgeschichte große Mengen an Wasser verloren hat. Die entsprechenden Schätzungen der Forscher kamen zu dem Ergebnis: Nur noch 13 Prozent des einstigen Wasservorrates sind heute in den Polkappen gebunden – die restlichen 87 Prozent sind ins All entschwunden.
Ein Ozean im Norden
Dieses Ergebnis bedeutet: Der Mars hat einmal ganz anders ausgesehen als heute. Das verlorene Wasser reichte damals aus, um etwa 20 Prozent der Oberfläche zu bedecken, ergaben die Berechnungen. Den Forschern zufolge hat das Wasser im Norden des Planeten einen großen Ozean gebildet, denn hier liegen auch heute noch weitreichende Tiefebenen. „Dieser Ozean hat eine maximale Tiefe von etwas über einem Kilometer erreicht und die durchschnittliche Tiefe lässt sich etwa mit der des Mittelmeers vergleichen”, sagt Villanueva.
Anhand ihrer Daten entwickelten die Forscher auch Simulationen, wie sich die Wassergeschichte des Mars abgespielt hat. Demnach entschwand das Wasser langsam über einen Zeitraum von vielen Millionen Jahren hinweg. Bisherige Daten hatten nahegelegt, dass Mars etwa 1,5 Milliarden Jahre lang feuchte Bedingungen geboten hat. Die neuen Daten lassen nun vermuten, dass diese Zeitspanne noch größer gewesen sein könnte. Das hätte folglich auch dem Leben länger die Chance geboten, sich zu entwickeln. Die aktuellen Ergebnisse rücken also erneut die spannende Frage in den Mittelpunkt: Hat auch unser Nachbarplanet einst Leben hervorgebracht?





