Robbten die Riesen auf den Strand?
“Die Mosasaurier gehören zu den am besten untersuchten Tiergruppen des Mesozoikums, sagt Daniel Field von der Yale University, „doch bisher blieb unklar, wie sie ihre Babys zur Welt brachten”. Möglich erschien, dass sie ähnlich wie Schildkröten auf den Strand robbten, um Eier zu legen. Allerdings gab es schon Hinweise darauf, dass sie lebendgebärend gewesen sein könnten. Von den ebenfalls im Meer lebenden Ichtyosaurien ist dies beispielsweise eindeutig belegt.
Was man erst für Vogel-Fossilien hielt…
In ihrer Studie beschreiben die Forscher nun Fossilien von den jüngsten Mosasauriern, die jemals gefunden wurden. Field und seine Kollegen haben sie in der Sammlung des Yale Peabody Museums aufgestöbert. “Diese Fossilien wurden schon vor über 100 Jahren gesammelt. Man hatte aber bisher angenommen, es handle sich um die Überreste von urtümlichen Meeresvögeln”, sagt Field. Doch den Forschern zufolge war die geringe Größe, das einzige, das zu Vögeln passte: Charakteristische Merkmale belegten eindeutig, dass es sich um neugeborene Mosasaurier gehandelt hat.
Lebendgeburt im offenen Meer
Besonders interessant war bei dem Fund außerdem, dass er aus einer Sedimentschicht stammte, die dem offenen Meer zuzuordnen ist. Das heißt, die Baby-Mosasaurier schwammen nicht in Küstennähe umher, als sie starben, sondern im offenen Ozean. Den Forschern zufolge legt dies wiederum nahe, dass sie wohl nicht an einem Stand aus Eiern geschlüpft sind, sondern von ihrer Mutter auf hoher See lebend zur Welt gebracht worden waren. Co-Autor LeBlanc von der University of Toronto resümiert: “Im Gegensatz zu klassischen Theorien weisen unsere Ergebnisse darauf hin, dass Mosasaurier weder Eier an Stränden legten noch ihre Neugeborenen in geschützten küstennahen Gewässern zur Welt brachten”, so der Paläontologe.





