Unter dem Oberbegriff „Porzellanwelt Selb“ sind drei Museen zusammengefasst, die auf insgesamt 9000 Quadratmetern Ausstellungsfläche faszinierende Einblicke in Herstellung, Verarbeitung und Design dieses Werkstoffs bieten: das Europäische Industriemuseum für Porzellan in den historischen Fabrikgebäuden der Rosenthal AG, das Europäische Museum für technische Keramik (vom Zahnersatz bis zum Space Shuttle) und das Rosenthal Museum im alten Brennhaus, das die Geschichte des Unternehmens zum Thema hat. http://www.porzellanwelten.org
Die Abtei Waldsassen wurde 1133 als erstes Zisterzienserkloster Bayerns gegründet. Der Aufhebung in der Säkularisation von 1803 folgte 1863 die Wiederbesiedelung, nun allerdings durch den weiblichen Zweig des Ordens. Die größte Sehenswürdigkeit des Klosters ist die 1727 vollendete Bibliothek. Die Stiftskirche ist ein Werk der Brüder Georg und Christoph Dientzenhofer, die aus einer berühmten oberbayerischen Baumeisterfamilie stammen und auch oft in Böhmen gearbeitet haben. Für Familien bietet sich ein Besuch in dem angeschlossenen Natur-Erlebnis-Garten an. Einen Abstecher lohnt die nahe gelegene Wallfahrtskirche in Kappel (1685– 1689) mit ihrem kleeblattfürmigen Grundriss. http://www.abtei-waldsassen.de
Das Klosterdorf Speinshart ist ein Baudenkmal von europäischem Rang. Die Klosterkirche wurde 1692 bis 1697 unter der Regie von Wolfgang Dientzenhofer erbaut. Die Ausgestaltung des Kircheninnern mit einer Fülle von Stuckaturen und Gemälden ist das Werk der Brüder Carlo Domenico und Bartolomeo Lucchese aus Melide am Luganer See. http://www.speinshart.de
Weiden in der Oberpfalz ist bis heute ein Zentrum der Porzellanfabrikation, lohnt aber den Besuch nicht nur wegen der vielfältigen Möglichkeiten des Fabrikverkaufs. Den Marktplatz schmücken schöne Giebelhäuser aus dem 16. Jahrhundert; aus dieser Zeit stammt auch das alte Rathaus. In einem Getreidespeicher, der dem Kloster Waldsassen gehört hat, ist ein Keramikmuseum untergebracht. http://www.weiden-oberpfalz.de
Das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath (zwischen Weiden und Nabburg) besteht aus mehreren „Dörfern“, die jeweils die Hausformen einer bestimmten Region vorstellen. Dabei trifft man auch auf Holzblockbauten, wie sie für den benachbarten Böhmerwald typisch sind. Zu dem Museum gehört auch der an Ort und Stelle erhaltene „Edelmannshof“ im drei Kilometer entfernten Perschen, ein langgestreckter Dreiseithof aus dem 17. Jahrhundert. http://www.freilandmuseum.org
Von 1353 bis 1373 war Sulzbach(-Rosenberg) die Hauptstadt „Neuböhmens“, eines von Karl IV. erworbenen Gebiets, das aber von seinem Sohn Wenzel bereits wieder an die Wittelsbacher verpfändet wurde. Bereits unter Kaiser Karl IV. war das Schloss weitgehend in der Form angelegt, in der es auch heute noch besteht. Der das Erscheinungsbild des Schlosses prägende Palas (Wohnbau) wurde um 1300 erbaut. Das spätgotische Rathaus entstand zwischen 1456 und 1466. Für den Neubau der Stadtpfarrkirche St. Marien übersandte Karl IV. 1355 Reliquien aus Pilsen. An die Zugehörigkeit zu Neuböhmen erinnert eine Skulptur des heiligen Wenzel am südöstlichen Strebepfeiler des Chors: Sie trägt die Züge Karls IV. In zwei Gebäudekomplexen aus der neuböhmischen Zeit ist das Stadtmuseum untergebracht. Das Weißbeckhaus ist eines der schönsten spätgotischen Bürgerhäuser Bayerns. http://www.sulzbach-rosenberg.de





