Zhong You fand diese Praxis als Spezialist für Origami jedoch unbefriedigend. Zusammen mit seiner Kollegin Wu suchte er daher nach Möglichkeiten, wie sich Einkaufstüten und Verpackungskartons mit relativ steifen Seiten und einem festen, rechteckigen Boden effizient falten lassen. Dazu betrachteten die Wissenschaftler zunächst als Sonderfall einen flachen offenen Karton, wie er in jedem Supermarkt gefunden werden kann. Mit Hilfe von Berechnungen fanden sie heraus: Sind die Seitenwände nur maximal halb so hoch wie die Breite des Kartons an der Stirnseite, so lassen sich die Stirnseiten eindrücken und die Seitenwände flach auf den Boden klappen. Die gleiche Strategie kann auch eingesetzt werden, wenn der Karton höher ist, zeigten die Simulationen. Allerdings greift sie dann nur für den untersten Abschnitt. Der darüber liegende Teil muss zusätzlich so mit angeschrägten Faltfugen versehen werden, dass sich die beiden Seiten beim Zusammenklappen des Bodens automatisch aufeinanderlegen. Im letzten Schritt muss schließlich der obere Abschnitt auf die Bodenplatte geklappt werden.
Getestet haben die beiden Wissenschaftler die Berechnungen anschließend mit Hilfe eines Modells: Sie verstärkten eine Plastiktüte mit Stahlblech, das sie entsprechend der berechneten Faltfugen zuschnitten. Dieses Modell konnten sie wie vorausberechnet zusammenfalten. Es half ihnen auch, nachzuweisen, dass sich ein Modell eines Konkurrenten entgegen anderslautender Behauptungen gar nicht falten lässt. Zhong You hofft nun, dass die Methode bald in der Verpackungsindustrie Verwendung findet. “Die Faltmethode lässt sich auf automatisierte Verpackungsprozesse fester Kartons nutzen”, ist er überzeugt.





