Galaxienhaufen sind die größten Materie- ansammlungen im All. Ihren Wachstumsprozess studiert zurzeit ein internationales Astronomenteam mit dem japanisch-amerikanischen Satelliten Suzaku. Das Röntgenobservatorium umrundet die Erde in nur 570 Kilometer Höhe – und somit noch weitgehend innerhalb ihres Magnetfelds, das die energiereichen Partikel aus dem All ablenkt. Daher gelingen Suzaku Röntgenaufnahmen mit sehr geringem Hintergrundrauschen. Auf ihnen konnte erstmals das heiße Gas in den Außenbezirken eines Galaxienhaufens ins Visier genommen werden: beim 1,3 Milliarden Lichtjahre fernen Haufen PKS 0745–191 im südlichen Sternbild Hinterdeck. Er besteht aus Hunderten von Milchstraßen. Im Zentralbereich der Haufen befindet sich das Gas im thermischen Gleichgewicht. Bei PKS 0745– 191 ist das in einer Region mit über einer Million Lichtjahre Radius der Fall. Die Temperatur beträgt bis zu 90 Millionen Grad Celsius. In den Außenbezirken, über 5,6 Millionen Lichtjahre vom Zentrum entfernt, nimmt sie auf 25 Millionen Grad ab. Aus der Bewegung des Gases dort schließen die Astronomen, dass dieser Galaxienhaufen noch nicht ausgewachsen ist, sondern weitere Materie aus seiner Umgebung ansammelt.





