Wie man im Schwimmbad oder in der Badewanne ausprobieren kann, funktioniert dieses System im Wasser nicht besonders gut, weil sich das Außenohr mit Wasser füllt. Dabei entsteht ein Druckunterschied zwischen Außen- und Mittelohr, der das Trommelfell daran hindert, die Schallschwingungen weiterzuleiten. Thewissen und Kollegen konnten jetzt anhand neu entdeckter Fossilien zeigen, dass Pakicetus schon begonnen hatte, das Gehör an die Verhältnisse unter Wasser anzupassen. Die Tiere konnten Schallwallen aus dem Wasser über die Schädelknochen wahrnehmen, berichten die Forscher.
Urwale, die etwas später, vor 46 bis vor 43 Millionen Jahren lebten, hatten ihr Gehör schon besser an das Wasser angepasst, konnten aber auch noch in der Luft hören. Beide Gehörsysteme waren allerdings nicht besonders leistungsfähig, berichten die Forscher. Die versteinerten Gehörknochen zeigen, dass die Urwale in der Luft vor allem tiefe Frequenzen wahrnehmen konnten. Erst der Urwal Basilosaurus, der vor 35 bis 40 Millionen Jahren lebte und sein ganzes Leben im Wasser verbrachte, verlor den Gehörsinn in der Luft und nahm nur noch Schall unter Wasser wahr. Sein Gehör gleicht damit dem moderner Zahnwale. Allerdings waren Basilosaurier noch nicht in der Lage, ihre Beute über Echo-Ortung aufzuspüren.





