Kein Sprungstart ? eher ein Flughafen
Es gab bisher Vermutungen, dass sich die Tiere mithilfe ihrer Hinterbeine und den abgewinkelten Flügeln gleichsam aus dem Stand in die Luft katapultieren konnten. Auf diese Weise starten auch heute noch einige Fledermausarten vom Boden. Dieser Theorie widersprechen nun die Untersuchungsergebnisse der Forscher um Sankar Chatterjee vom paläontologischen Museum der Texas Tech University. Ihre Computersimulationen zeigen, dass dieses System zwar bei einer kleinen Fledermaus funktioniert, aber nicht bei einem 10.000-mal schwereren Quetzalcoatlus.
Die Mechanik des riesenhaften Flugsauriers war zu einem solchen Sprungstart nicht in der Lage, da die Leistungen eines Körpers mit den Ansprüchen durch die Größenzunahme nicht unbedingt mithalten können, erklären die Forscher. Außerdem sei das zum Abheben nötige Flattern unmöglich gewesen. ?Die fünf Meter langen Flügel müssen schwierig zu koordinieren gewesen sein?, sagt Chatterjee. ?Ihre Spitzen wären bei einem Start aus dem Stand vermutlich auf dem Boden aufgeschlagen. Eine solche Starttechnik entspricht nicht den Gesetzten der Physik?, sagt der Paläontologe.
Den Computersimulationen zufolge mussten die Tiere vielmehr auf Füßen und Flügelgelenken ein Stück rennen, am besten auf abschüssigem Gelände, beispielsweise am Strand. Ein ähnliches Startverhalten ist auch heute noch von den Albatrossen bekannt. Ebenso wie diese Seevögel wirkte Quetzalcoatlus also wahrscheinlich beim Start etwas plump. Vermutlich folgte darauf allerdings ebenso gleitende Eleganz: Seine Flügel waren lang, schmal, flach und spitz ? eine Form, die auch vielen heutigen Vogelarten der Küstengebiete die Nutzung aufsteigender Winde ermöglicht. Einmal in seinem Element war der Herr der Lüfte also vermutlich ein majestätischer Gleiter, sagt Chatterjee.





