Das mehr als 2.000 Kilometer große Südpol-Aitken-Becken ist der mit Abstand größte Einschlagskrater auf dem Mond und einer der größten im Sonnensystem. Messdaten von Mondsonden zeigen, dass in dieser Region lunares Mantelmaterial an die Oberfläche gelangte. Tief unter der Einschlagssenke liegt zudem eine Massenanomalie – möglicherweise ein Relikt des einstigen Impaktors. Der urzeitliche Einschlag könnte nach Ansicht einiger Planetenforscher sogar der Grund sein, warum sich die Mondhälften geologisch und geochemisch so stark unterscheiden.

Wie entstand das Südpol-Aitken-Becken?
Doch wie der Einschlag vor gut vier Milliarden Jahren ablief, ist weitgehend ungeklärt. “Entscheidende Details fehlen, darunter die Größe des Impaktors, seine Zusammensetzung, seine Flugbahn und der Verbleib der ausgeschleuderten Ejekta“, berichten Shigeru Wakita von der Purdue University in Indiana und seine Kollegen. Lange war nicht einmal klar, aus welcher Richtung der Einschlag erfolgte – ob aus dem Norden oder Süden. Aufgrund der elliptischen Form des Südpol-Aitken-Beckens wäre beides denkbar.
Angesichts von Plänen der USA und China, schon bald Astronauten zum Mond zu schicken und dort Mondstationen zu bauen, sind solche Informationen aber wichtig – beispielsweise, um eine geologisch interessante Landestelle auszuwählen. Deshalb haben Wakita und sein Team den Mondeinschlag nun mithilfe einer hochaufgelösten 3D-Modellsimulation rekonstruiert. Sie untersuchten dafür verschiedene Impaktorgrößen, Zusammensetzungen, Einschlagswinkel und Geschwindigkeiten.
Riesenbrocken mit dichtem Kern
Es zeigte sich: Am besten zur heutigen Form und Größe des Südpol-Aitken-Beckens passt ein rund 260 Kilometer großes Objekt, das im Winkel von rund 30 Grad von Süden kam. Der Himmelskörper traf mit einer Geschwindigkeit rund 13 Kilometern pro Sekunde auf die Mondoberfläche – verglichen mit früheren Annahmen ist dies eher langsam. „Weil der Impaktor zudem im flachen Winkel auftraf, drang er nicht ganz in den Mond ein“, erklären Wakita und sein Team erklären. Dadurch entstand das große, aber eher flache Becken.






