Am 30. Juni soll eine Sojus-Rakete vom russischen Kosmodrom Baikonur aus Europas ersten Wettersatelliten, genannt METOP (Meteorological Operational Polar Satellite), ins All schießen. METOP, der auf einer niedrigen Bahn über die Pole fliegt, ergänzt die geostationären Satelliten der Meteosat-Reihe. Sie sind über dem Äquator stationiert und haben somit kaum Einblick in die Polregionen. METOP hingegen wird in 835 Kilometer Höhe unseren Planeten in 100 Minuten einmal umkreisen. Da sich während eines Umlaufs die Erde weiter dreht, tasten die Instrumente innerhalb von zwei bis drei Tagen den Globus einmal ab. Damit wird der 745 Millionen Euro teure Satellit vor allem die mittel- und langfristige Wettervorhersage verbessern.
Ende März stellte das europäische Raumfahrtunternehmen EADS Astrium den unter seiner Regie gebauten Satelliten in Toulouse vor. METOP ist das Beste, was die Meteorologie derzeit zu bieten hat. Insgesamt zwölf Instrumente messen unterschiedliche Wetterdaten. Neuartig ist das Instrument ASCAT (Advanced Scatterometer), das die Wellen auf den Ozeanen vermisst, woraus sich Geschwindigkeiten und Richtungen der Winde berechnen lassen. Sehr fortschrittlich ist auch das Instrument GRAS (GNSS Receiver for Atmospheric Sounding): Es empfängt Signale von den Satelliten des Global Positioning Systems (GPS), wenn diese von METOP aus gesehen hinter der Erde auf- oder untergehen. Dann durchlaufen die Signale die Atmosphäre und liefern Informationen über Temperatur und Wasserdampfgehalt in unterschiedlichen Höhen. Für Klimaforscher interessant ist das Instrument GOME-2 (Global Ozone Monitoring Experiment 2), das Ozon und andere Spurengase wie Stickoxide, Methan und Schwe- felverbindungen misst.
METOPs Lebensdauer ist auf fünf Jahre veranschlagt. „Doch zwei weitere baugleiche METOPs werden folgen und die Meteorologen bis mindestens 2020 mit Daten versorgen”, sagte Projektleiter Fred Tanner von EADS Astrium auf einer Pressekonferenz in Toulouse.





