Wenn ein supermassives Schwarzes Loch ein anderes schluckt, könnte dabei ein Quasar “angeschaltet” werden. Diese Theorie, die auf theoretischen Überlegungen und Berechnungen mit einem Supercomputer basiert, präsentieren Priyamvada Natarajan und Philip Armitage von der Yale University im Fachblatt “Astrophysical Journal Letters”.
Im Innern jeder Galaxie sitzt ein Schwarzes Loch mit einer Masse von mehr als einer Million Sonnen, umgeben von einer Akkretionsscheibe aus Gas und Staub, die das Loch umrundet und nach und nach in das Loch hineingesogen wird. Wenn ein Schwarzes Loch in die Fänge eines anderen Gerät, umkreisen sich beide zunächst für Millionen von Jahren innerhalb der Akkretionsscheibe. Langsam nähern sie sich an, bis zu einem Zeitpunkt, an dem plötzlich alles Gas, das zwischen den beiden kosmischen Nimmersatts liegt, im schwereren der beiden Löcher verschwindet. In einem letzten Todesschrei leuchtet das Gas kurz hell im Röntgenlicht auf. Außerdem beschleunigt das Schwarze Loch einen Teil des Gases senkrecht zur Akkretionsscheibe fast bis auf Lichtgeschwindigkeit.
Den nächsten Schritt, die endgültige Verschmelzung der beiden Schwarzen Löcher, haben die Forscher noch nicht simuliert. “Wir vermuten, dass sich das Verschwinden des Gases und die Verschmelzung gleichzeitig ereignen”, sagt Natarajan.
Als letztes “Zischen” der Vereinigung dürften noch einmal große Mengen Energie abgegeben werden, so die Forscherin. “Es ist ein gewaltiges, sehr, sehr energiereiches Ereignis”, so Natarajan. Sie vermutet, dass Quasare, weit entfernte Objekte von der Größe des Sonnensystems, die mit der Leuchtkraft von Milliarden Sonnen strahlen, ihre unglaubliche Helligkeit durch die Verschmelzung von Schwarzen Löchern erzeugen.
Ute Kehse