Das europäische Weltraumteleskop Euclid ist im Juli 2023 ins All gestartet, um vor allem Daten über die “dunkle Seite” unseres Universums zu sammeln: die Dunkle Materie und Dunkle Energie. Deren Natur, Wirkungsweise und Verteilung sind bisher weitgehend ungeklärt. Hinzu kommt, dass bisherige Beobachtungen sowohl bei der der Materieverteilung als auch bei der kosmischen Expansion schwer erklärbare Diskrepanzen zu gängigen kosmologischen Modellen ergeben haben. Die Euclid-Mission soll hier mehr Klarheit bringen. Dafür kartieren die beiden Instrumente des Teleskops die Positionen, Strukturen und Bewegungen von Galaxien und anderen Himmelsobjekten bis in zehn Milliarden Lichtjahre Entfernung. Stationiert ist das Teleskop am Lagrangepunkt L2, einer stabilen Position im All, die rund 1,5 Millionen Kilometer entfernt auf der der Sonne abgewandten Seite der Erde liegt. Durch die Fähigkeit des Teleskops, einen großen Himmelsausschnitt in nur einem Durchgang, aber dennoch scharf und mit hoher Auflösung abzubilden, ist Euclid besonders gut für eine detailreiche und dennoch umfassende Kartierung geeignet. Die im November 2023 veröffentlichten ersten Bilder belegten bereits, dass das Weltraumteleskop so funktioniert wie erhofft und den Erwartungen gerecht wird.

Ein Panoramabild mit 14 Millionen Galaxien
Jetzt hat die Europäische Weltraumagentur ESA auf dem Internationalen Astronautischen Kongress in Mailand das erste größere Stück der Euclid-Himmelskarte vorgestellt. Das Mosaik beruht auf 260 Beobachtungen, die das Weltraumteleskop zwischen dem 25. März und dem 8. April 2024 gemacht hat. In diesen zwei Wochen hat Euclid bereits 132 Quadratgrad des Südhimmels in hoher Auflösung kartiert – dies entspricht der mehr als 500-fachen Fläche des Vollmonds. „Dieses atemberaubende Bild ist der erste Teil einer Karte, die in sechs Jahren mehr als ein Drittel des Himmels abdecken wird. Zwar handelt es sich nur um rund ein Prozent der Gesamtkarte, aber sie ist voller verschiedener Objekte, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen werden, neue Wege zur Beschreibung des Universums zu finden“, sagt Valeria Pettorino, Euclid-Projektwissenschaftlerin bei der ESA.





