Die detailreichste Himmelskarte des nahen Universums haben Astronomen aus Australien, Großbritannien und den USA fertiggestellt. Sie verzeichnet nicht nur die genauen Orte von über 110 000 Galaxien, sondern auch, wohin sich diese bewegen, wie schnell und warum.
Fast zehn Jahre hat es von der Konzeption bis zur Fertigstellung des „Six degree Field Galaxy Survey” (6dFGS) gedauert. Dabei wurden über 80 Prozent des Südhimmels bis zu einer Entfernung von zwei Milliarden Lichtjahren durchmustert. Das ist die doppelte Himmelsfläche des Sloan Digital Sky Surveys, der bislang größten Himmelsdurchmusterung. Aufgenommen hat die 6dFGS-Daten das 1,2-Meter-UK-Schmidt-Teleskop des Anglo-Australian Observatory in Ostaustralien. Es besitzt ein Gesichtsfeld von 5,7 Grad – das entspricht der elffachen Fläche des Vollmonds – und einen Spektrographen, der die Spektren von 150 Galaxien simultan messen kann.
Die Himmelskarte zeigt, wie sich die Galaxien zu Ketten und Haufen anordnen und im großen Stil eine Struktur bilden, die an Seifenschaum erinnert. Über 500 Leerräume sind im 6dFGS erfasst – nahezu materiefreie Regionen, teils mit einem Durchmesser von mehreren Dutzend Millionen Lichtjahren. 6dFGS enthält auch eine Fülle von Daten zur Bewegung der einzelnen Galaxien. Diese besteht aus zwei Komponenten: der Eigenbewegung, die von den Schwerkraft-Verhältnissen der Umgebung bestimmt wird, und der allgemeinen Bewegung im Rahmen der kosmischen Expansion, der Ausdehnung des Weltraums seit dem Urknall.
Bei rund zehn Prozent der Galaxien werden die Astronomen diese Komponenten sogar auseinanderhalten können. Das erlaubt Rückschlüsse auf die Entwicklung des Alls.





