Um elektromagnetische Wellen mit Frequenzen im Terahertz-Bereich von einem Ort zum anderen zu leiten, ist nichts weiter nötig als ein einfacher Metalldraht. Dies ist das überraschende Ergebnis einer Untersuchung der Streuung von Terahertz-Wellen an einer dünnen Metallspitze. Das berichtet der Online-Nachrichtendienst Optics.org.
Forscher haben bisher entweder aus der Mikrowellentechnologie oder der Telekommunikation bekannte Techniken wie etwa hohlförmige Wellenleiter oder Fasern zum Leiten von Terahertz-Wellen auf Chips benutzt. Daniel Mittleman und seine Kollegen von der Rice-Universität im texanischen Houston haben nun allerdings entdeckt, dass ein einfacher Metalldraht für diese Aufgabe viel besser geeignet ist.
Mittleman zufolge kann ein derartiger Draht Terahertz-Wellen und sogar Pulse ohne große Verformungen und nur mit geringen Leitungsverlusten von einem auf Punkt einem Chip zum anderen leiten. Dies könnte die Herstellung von Terahertz-Sensoren etwa für biologische Schadstoffe oder zum Aufspüren von Drogen beträchtlich erleichtern.
Terahertz-Wellen befinden sich zwischen dem Bereich der Mikrowellen und der Infrarotstrahlung des elektromagnetischen Spektrums. Sie sind für Forscher unter anderem so interessant, weil sie von vielen verschiedenen biologischen Stoffen absorbiert werden und somit zu deren Erkennung eingesetzt werden können. Terahertz-Strahlen können auch Kleider durchdringen und eignen sich daher für Sicherheitskontrollen, beispielsweise an Flughäfen. Da diese Wellen allerdings nur mit relativ komplizierten Mitteln erzeugt werden können, war ihr Einsatz bisher auf das Labor beschränkt.
Stefan Maier





