Nur wenige Studien haben bislang die Wirksamkeit von häuslicher Arznei geprüft. Pharmafirmen sind nicht daran interessiert, Studien zu Hausmitteln zu finanzieren, da sie keinen Nutzen aus solcher Forschung ziehen können. Allerdings gibt es meist auch keine öffentliche Forschungsförderung für diese Substanzklasse: Hausmittel sind nicht innovativ genug und kommen eher bei einfacheren Erkrankungen zum Einsatz – folglich keine Fördergelder. Was besagen die wenigen dennoch durchgeführten Studien zur Wirksamkeit von gängigen häuslichen Arzneimitteln?
Hühnersuppe und Wadenwickel
Nicht nur Liebe soll durch den Magen gehen, sondern auch die Heilung von Erkältungen: Hühnersuppe, wie von Oma gekocht, wird eine heilsame Wirkung nachgesagt. Bestätigen lässt sich diese Wirkung jedoch nur zum Teil. Zwar zeigten die Ergebnisse einer Studie mit 15 gesunden Probanden, dass Hühnersuppe zu essen das Nasensekret für etwa 30 Minuten schneller abfließen ließ, doch heißes Wasser zu löffeln hatte einen ähnlichen Effekt. Die Wärme der Suppe weitet demnach die Blutgefäße, sodass das Gewebe besser durchblutet wird – das hat einen wohltuenden Effekt und löst lästigen Schleim. Hühnersuppe hilft also gegen Schnupfen, wenn auch nur indirekt. Zudem können die in ihr enthaltenen Nährstoffe dem kranken Körper generell helfen, sich auszukurieren.
Bei Erkältungen mit Fieber sollen angeblich Wadenwickel helfen. Einen wissenschaftlichen Nachweise für die Wirkung dieses Hausmittels gibt es keinen. Zwar kann es das Fieber tatsächlich senken, aber nur sehr wenig: Wer die Wadenwickel drei bis vier Mal für je zehn Minuten einwirken lässt, kann die Körpertemperatur im Idealfall um gerade mal 0,5 Grad senken.
Gurgeln und Nasendusche
Das Gurgeln von Salzwasser oder Salbeitee soll bei Halsschmerzen helfen und die Entzündung im Rachen hemmen. Gurgeln befeuchtet tatsächlich die Schleimhäute und kann so die durch die Entzündung verursachten Schmerzen abmildern. Ausreichende wissenschaftliche Belege für eine Wirkung gegen Halsentzündungen gibt es jedoch nicht. Denn die Wirkstoffe aus Salz und Tee erreichen beim Gurgeln nur die Oberfläche – zu der tiefer liegenden Entzündung gelangen sie nicht. . Auch für die Wirksamkeit von Halswickeln gibt es entsprechend keine wissenschaftlichen Belege.

Nasenspülungen mit Salzwasser können bei Schnupfen einen leicht positiven Effekt haben, wie fünf Studien belegen. Allerdings haben diese Studien Schwächen im Studiendesign und in der Durchführung und sind daher nur begrenzt aussagefähig. Nasenduschen können dennoch helfen, das Sekret heraus zu spülen. Wer stark entzündete Nasennebenhöhlen hat, sollte allerdings auf das Hausmittel verzichten, da die stark angeschwollenen Schleimhäute den Abfluss des Salzwassers behindern können.





