Die Zulassung läuft bald aus – das ist letztlich der Anlass für die aktuelle Zuspitzung des Streits um das Herbizid Glyphosat. Für die weitere Genehmigung durch die Europäische Union war die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit einem Gutachten zur Risikobeurteilung des Pflanzenschutzmittels beauftragt. Dabei stützte sich die Institution maßgeblich auf Daten aus Deutschland: auf eine Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das nach Beurteilung der Studienergebnisse zu Glyphosat die Substanz als nicht karzinogen bewertete.
Entsprechend kommt nun auch die EFSA zu einem ähnlichen Fazit: “Es ist unwahrscheinlich, dass Glyphosphat eine krebserregende Gefahr für den Menschen darstellt”, heißt es in der Stellungnahme. Die Substanz wird somit nun mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel bleiben. Dies stößt nun auf erheblichen Protest unter den Gegnern.
Pro und Contra
Das Thema ist keineswegs simpel: Es gibt Argumente für und gegen einen weiteren Einsatz von Glyphosat. Klar ist: Wo Unkraut wuchert, muss der Bauer eingreifen, denn dies kann zu erheblichen Ernteverlusten in der Landwirtschaft führen. Im konventionellen Anbau nutzt man Glyphosat bislang ausgiebig als mächtige Keule gegen das lästige Grün. Es sorgt nach seinem Einsatz für Tabula rasa – es handelt sich um ein Totalherbizid, das jede Pflanze bei Kontakt zum Welken bringt. Danach verliert der Wirkstoff allerdings schnell seinen tödlichen Effekt, so dass die gewünschten Kulturpflanzen auf der bereinigten Fläche angebaut werden können.
Neben diesen Eigenschafen galt Glyphosat nach seinem Aufkommen in den 70er Jahren lange Zeit auch als ausgesprochen umweltverträglich und gesundheitlich unbedenklich. So avancierte der Unkrautkiller zum weltweit am häufigsten eingesetzten Herbizid in der Landwirtschaft. Darüber hinaus machte Glyphosat auch in den Gärten Karriere: Ein paar Spritzer aus einem handlichen Fläschchen und schon beginnt lästiges Grünzeug zu welken.
Glyphosat erhitzt die Gemüter
Doch mittlerweile ist Glyphosat zu einem der umstrittensten Pflanzenschutzmitteln aller Zeiten avanciert: Einige Studienergebnisse legen nahe, dass der Wirkstoff krebserregend sein könnte sowie weitere gesundheitliche Risiken birgt. Dem gegenüber stehen allerdings andere Untersuchungsergebnisse, die dem Wirkstoff eher wenig oder kein Risikopotential zusprechen. Ins Kreuzfeuer der Kritik kam der Wirkstoff vor allem, nachdem die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsbehörde WHO die Substanz als “wahrscheinlich krebserzeugend” für den Menschen eingestuft hat.





