Zahlreiche arbeitsreiche Abende zur Weihnachtszeit haben sich für die Astronomen Andrew Collier Cameron von der University of St. Andrews und Jean-Francois Donati vom Observatoire Midi-Pyrenees in Toulouse endlich ausgezahlt: Die beiden entdeckten, dass der Stern AB Doradus äußerst eigenwillig um die eigene Achse rotiert.
Wie bei der Sonne dreht sich auch bei dem 50 Lichtjahre im Sternbild “Schwertfisch” gelegenen Stern “AB Doradus” der Äquator schneller um die eigene Achse als die Pole. Das fanden die beiden bei ihrer jahrelangen Beobachtung der Flecken des jungen Sterns heraus. Da der Stern am besten im Dezember auf der Südhalbkugel zu sehen ist, brachten die beiden Forscher seit 1988 so manche Weihnachten im Anglo-Australian Telescope in New South Wales zu. Allerdings ist diese Rotation nicht gleichmäßig, berichten die Forscher jetzt in den “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society”.
Mehrere Jahre lang nimmt die Drehgeschwindigkeit um den Äquator zu, während sich die Rotation am Pol verlangsamt. Dann kehrt sich das Verhältnis um: Die Rotation beschleunigt sich an den Polen und bremst am Äquator ab. Dieses Verhalten wurde schon theoretisch vorhergesagt, konnte aber noch nie beobachtet werden. Die Beobachtungen liefern den ersten Beweis dafür, dass von Sternen erzeugte Magnetfelder wie Klebstoff wirken und die Zirkulation des Gases innerhalb eines Sterns verändern können.
Ein ähnliches Rotationsverhalten könnte erklären, warum manche Doppelsterne ohne erkennbaren Grund ihre Drehung umeinander verändern: Eine schnellere Rotation am Äquator verursacht eine stärkere Abplattung des Sterns. Diese Änderung der Form wirkt sich wiederum auf die Anziehung auf den Partnerstern aus, so dass sich dessen Umlaufzeit um einen winzigen Bruchteil verändert.
Nun wollen Collier Cameron und Donati noch weitere Weihnachten in Australien verbringen, um einen kompletten Zyklus des Sterns zu beobachten.
Ute Kehse





