Vier leuchtende Gaswolken in der Nähe des Quasars 4C37.43 deuten auf die dramatische Geburt des vier Milliarden Lichtjahre entfernten Objektes hin. Forscher um Andrew Stockton von der University of Hawaii in Honolulu berichten in der Zeitschrift The Astrophysical Journal, dass ein galaktischer Superwind, der bei der Geburt des Quasars entstand, das Gas aufheizt und Röntgenlicht aussenden lässt.
Andere mögliche Erklärungen schlossen die Forscher aus. “Die beste Erklärung unserer Daten besteht darin, dass gewaltige Mengen Gas mit extrem hoher Geschwindigkeit aus der Galaxie geweht wurden, als der Quasar ansprang”, berichtet Mitverfasser Hai Fu von der University of Hawaii. Die Gaswolken, die im Röntgenlicht hell leuchten, liegen einige zehntausend Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt, die in ihrem Zentrum den Quasar beherbergt. Das zeigen Aufnahmen des Röntgenteleskops Chandra.
Simulationsrechnungen von Tiziana Di Matteo von der Carnegie-Mellon University in Pittsburgh legen nahe, dass die Kollision von zwei Galaxien den Zündstoff für die Geburt eines Quasars liefern kann: Bei einem solchen Zusammenstoß gelangen große Mengen Gas und Staub ins Zentrum der neugebildeten Galaxie. Dort entstehen daraufhin viele neue Sterne. Durch die Kollision werden außerdem die supermassiven schwarzen Löcher, die sich in Zentrum jeder Galaxie befinden, aktiviert. Das Schwarze Loch beginnt, große Mengen Materie zu verschlucken und setzt dabei enorme Energiemengen frei: Es mutiert zum Quasar, einem Objekt, das kleiner ist als das Sonnensystem, aber so viel Energie abstrahlt wie Milliarden Sonnen.
Dabei entsteht der galaktische Superwind, der Gas und Staub aus der Galaxie herausweht und die Quasar-Phase eines Schwarzen Lochs nach etwa hundert Millionen Jahren wieder beendet. Die neuen Chandra-Bilder von 4C37.43 und einem weiteren Quasar seien die besten Belege für einen derartigen Superwind, heißt es in einer Pressemitteilung der Nasa.
Ute Kehse





